Mitarbeiterschulung mittels E-Learning

Swissteach E-Learning

Mit der Corona-Krise wurde das Home-Office zum Rettungsanker vieler Unternehmen. Noch besser dran sind freilich diejenigen, die auch ihre Mitarbeiterschulungen online durchführen und so auf das E-Learning zurückgreifen können.

Werden Lehr- oder Lernprozesse von digitalen Medien unterstützt, spricht man vom E-Learning (Electronic Learning). Diese recht breit gefasste Definition schließt – man glaubt es kaum – klassische Kurse bzw. Seminare mit ein, sofern diese nur auf digitale Medien bei der Vermittlung von Inhalten zurückgreifen.

Als E-Learning gelten aber auch alle selbstbestimmten Lernvorgänge, bei denen Wissen über elektronische Medien aufgenommen wird. Das Lesen von Artikeln auf Online-Medien oder der Konsum von Videos auf YouTube gehören also dazu, didaktisch sinnvolle Inhalte natürlich immer vorausgesetzt.

Damit bildet das E-Learning in der Praxis ein extrem breit gefächertes Spektrum ab, wofür es historische Gründe gibt: Der Begriff etablierte sich in den 1990er Jahren, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, Schulungen am PC aber noch etwas Besonderes waren.

In der Fachwelt hat sich für die Kombination aus Präsenzveranstaltung und dem Einsatz elektronischer Medien mittlerweile der Begriff Blended Learning etabliert. Doch in der Corona-Krise kommen Unternehmen damit nicht weit, wenn es gilt, Abstandsregeln einzuhalten und kleinere oder größere Ansammlungen von Menschen zu vermeiden.

Gefragt sind deshalb jetzt vermehrt Methoden der Online-Kommunikation zur Vermittlung von neuem Wissen. Denn: Ein zeitgemäßes E-Learning sollte auch aus dem Home-Office heraus problemlos möglich sein. Zudem spart das nicht unerheblich Kosten (Reisekosten, Hotelübernachtungen, Buchung von Seminarräumen…).

Der unternehmensinternen Schulung von Mitarbeitenden stehen dafür Live-Formate wie Webinare oder auch Software wie Microsoft Teams zur Verfügung. Die Teilnehmerzahl kann dabei beliebig hoch ausfallen.

Sollen Mitarbeiter individuell geschult werden, bieten sich Videos bzw. Videokurse an, die vorab erstellt und bei Bedarf einzelnen oder mehreren Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Eine Variante dazu sind Screencasts, bei denen Bildschirminhalte im Vordergrund stehen. Auch Podcasts (nur Ton, kein Bild) eignen sich als Grundlage für digitale Schulungen, sind aber in der betrieblichen Weiterbildung noch recht selten.

Schließlich spielen auch Wissensdatenbanken in der digitalen Weiterbildung eine große Rolle. In ihnen können Präsentationen, Artikel, Anleitungen, Anweisungen bis hin zu Büchern in Form von E-Books hinterlegt sein. Während in großen Unternehmen in der Regel kein Mangel an derartigen Materialien herrscht, fehlt es in mittelständischen und kleineren Betrieben oft an hausgemachtem Wissen. Nicht das es nicht vorhanden wäre, es wird nur schlicht zu wenig dokumentiert und oft auch nicht zentral erfasst bzw. aufbereitet (verschlagwortet).

Hier kann die Zusammenarbeit mit externen Spezialisten nützlich sein: Berater oder Dozenten können helfen, digitales Schulungsmaterial zu erstellen oder schon in der Vorphase konzeptionell die Einrichtung und Ausgestaltung einer digital orientierten betrieblichen Weiterbildung zu planen sowie die Einführung Schritt für Schritt zu begleiten. Die Mitarbeiterschulung kann so auf ein ganz neues Niveau geführt werden.

Natürlich kann für das E-Learning auch auf externes Schulungsmaterial zurückgegriffen werden. In diesem Sinne können sich Mitarbeiter auch in Eigeninitiative weiterbilden, etwa wenn das vom Betrieb nicht in gewünschtem Maße gefördert wird.

Bekannte Plattformen rund um IT-Themen sind etwa Udacity, Udemity oder die kostenlose Khanacademy (alle drei in englischer Sprache). Andere Plattformen sind auf das Erlernen von Sprachen, Marketing, Design, Wirtschaft und Finanzen und anderes spezialisiert. Einen aktuellen Überblick (Stand: April 2020) mit Verlinkung aller aufgeführten Anbieter gibt es bei t3n. Am Ende sei noch ein Blick auf YouTube empfohlen: Man glaubt nicht, welche Vielfalt an nützlichen Inhalten zu allen nur denkbaren Themen dort gefunden werden kann.

Die Schulung von Mitarbeitern kann heute also auf vielen Ebenen digital realisiert werden, ohne dass darunter der Lernerfolg zu leiden hätte. Allerdings: Praktisch handwerkliches Wissen, wie etwa der Umgang mit einer Maschine oder bestimmten Werkstoffen, kann so natürlich nicht kompensiert werden. Noch wurde kein Koch zum Meister seines Fachs, in dem er nur Kochrezepte studierte!

Auf allen anderen Gebieten gilt jedoch: Große und kleine Unternehmen müssen mit den vielfältigen Möglichkeiten und Einsatzfeldern des E-Learning vertraut sein und diese zielgerichtet für die eigenen Belange einsetzen können. Das E-Learning ist so gesehen nur eine von vielen Komponenten der Digitalisierung und im weitesten Sinne auch von Industrie 4.0.

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