Diese Katze sollten Sie kennen: Meerkat

Meerkat App

Meerkat ist kein Katzen-Content irgendwo im Web, sondern eine App mit der sich Videos live übertragen lassen. Auf den ersten Blick klingt das nicht sehr aufregend, doch die Einbindung von Meerkat bei Twitter ist so elegant gelöst, dass die App für Gesprächsstoff in der Tech-Szene sorgt.

Das Synonym für Video im Web hieß lange Zeit einfach nur YouTube. Mehr musste man nicht kennen. Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei, nicht zuletzt seitdem Dienste wie Twitch (2011) oder Vine (2013) auftauchten und nicht wieder verschwanden.

Vor diesem Hintergrund ist Meerkat eigentlich nichts Besonderes. Mit der App können Videos aufgenommen und sofort live verbreitet werden. Das Interessante daran ist, dass man als Zuschauer die App weder kennen noch selbst nutzen muss: Meerkat sitzt im Prinzip auf der Infrastruktur von Twitter.

Jedes neue Video erzeugt automatisch einen Tweet, in dem wiederum ein Link zur Website der App führt. Dort muss man sich als Twitter-User einloggen und kann dann das Video sehen. Die Konversation des Publikums zum Live Video erfolgt per Chat oder auf Twitter. Wer zu spät kommt, geht leer aus: Die Videos von Meerkat sind nach dem Ende einer Übertragung nicht mehr abrufbar.

Screenshot Meerkat

Die App ist erstaunlicherweise erst wenige Tage alt, sie wurde am 22.02.2015 in den App Store von Apple eingestellt. Bekanntheit erlangte sie unter anderem dadurch, dass Ryan Hoover, der Gründer von Product Hunt, Anfang März ein neues Feature seiner eigenen Plattform kurzerhand über Meerkat zeigte und zugleich auch zur Diskussion stellte.

In der Folge berichteten Tech-Blogs darüber und Meerkat war in aller Munde. Den Hintergrund zur Entwicklung der App schließlich lieferte das Wall Street Journal: Demnach arbeitete ein Team um Ben Rubin (in Tel Aviv) an einer App für Live-Videos unter Freunden, als ihnen die Idee zu Meerkat kam und alle 10 Entwickler spontan mit der Arbeit an der neuen App begannen.

Noch ist völlig offen wie die Geschichte für Meerkat ausgehen wird. Denn bei Twitter hat man die jüngste Entwicklung natürlich auch mitbekommen – und offenbar Übernahmegespräche mit einem ähnlichen Video-Dienst namens Periscope begonnen. Zwar ist Periscope noch nicht online, dafür aber hat dieses Startup seinen Sitz in San Francisco – und ist damit für Twitter schnell zu erreichen.

Ein bisschen wie der begossene Pudel sieht Google neben der Meerkatze aus Tel Aviv aus. Denn mit Hangouts hat der Software-Riese aus Mountain View schon lange einen Dienst im Angebot, der eigentlich sogar mehr kann als Meerkat. Doch Hangouts ist offenbar zu strikt in das Ökosystem von Google integriert, lange Zeit sogar als Feature des nur wenig populären Netzwerkes Google+, als dass sich die Startup-Szene damit hätte anfreunden können.

Als vorläufiges Fazit zu Meerkat bleibt die Feststellung, dass Live-Videos durchaus Potenzial bei einem jüngeren Publikum haben. Im Marketing und Social Media-Management sollte man dem Trend auf der Spur bleiben.