Wer braucht schon eine Smartwatch? Die Fans der Marke Apple!

Motorola Smartwatch Moto360

Im April diesen Jahres bringt Apple seine Smartwatch auf den Markt. Damit sind hohe Erwartungen verbunden, obwohl sich das entsprechende Marktsegment bislang nur mäßig gut entwickelte. Dennoch könnte die Apple Watch ein Erfolg werden, nicht weil die Uhr so gut wäre, sondern weil die Marke Apple eine enorme Zugkraft hat.

Beinahe wäre das Smartphone zum Totengräber der guten alten Armbanduhr geworden, denn wer ein solches Gerät in seiner Hosentasche dabei hat, braucht keinen Zeitmesser mehr am Handgelenk zu tragen. Tatsächlich gerieten Armbanduhren in den letzen Jahren stark ins modische Abseits und nur das Marktsegment der sehr teuren Chronographen konnte sich diesem Trend erfolgreich entziehen.

Nun aber soll eine neue Zeitrechnung beginnen, denn die Smartwatch ist da. Während die neuen Uhren auf der Basis von Android Wear, die seit 2014 nach und nach auf den Markt gekommen sind, eher bescheidene Verkaufszahlen verzeichnen, werden an Apple sehr hohe Erwartungen gestellt.

26 Millionen Stück der Apple Smartwatch sollen noch in diesem Jahr verkauft werden, prognostiziert J. P. Morgan. Zum Vergleich: Nur etwas mehr als 720.000 Smartwatches auf der Basis von Android Wear wurden 2014 verkauft, sagen die Marktforscher von Canalys.

Damit geht Apple mit seiner Smartwatch ein nicht unerhebliches Risiko ein. Denn die geringen Verkaufszahlen der Konkurrenz-Geräte sind kein Wunder. Noch krankt das Konzept der Smartwatch an mehreren Stellen:

  • Die Geräte sind relativ klobig, weil ihr Akku viel Platz braucht;
  • Zudem müssen die Geräte praktisch jeden Tag (oder über Nacht) an die Steckdose;
  • Ein echtes Killerfeature und Differenzierungsmerkmal gegenüber Smartphones fehlt.

Das wird auch mit der Apple Watch nicht anders. Auch diese Uhr ist relativ dick und wird vermutlich nur über eine geringe Akkulaufzeit verfügen. Zudem wird sie kaum mehr können, als die Geräte der Konkurrenz.

Schon jetzt preist Tim Cook in typischer Apple-Manier Merkmale seiner Smartwatch an, die alles andere als revolutionär sind. Etwa wenn man zu lange sitzt, soll die Apple Watch ihren Träger daran erinnern, dass es Zeit wäre, mal wieder aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Genau das können Smartphones von Samsung schon seit längerem.

Wird die Apple Watch deshalb ein Flop?

Das glaube ich nicht. Denn die Uhr dürfte als modisches Accessoire für Fans der Marke Apple sehr Willkommen sein. Nicht Technik oder Innovationskraft stehen hier im Vordergrund, sondern Lifestyle und der Kult um Apple.

Wenn nur jeder Zehnte Besitzer eines iPhone sich die Apple Watch dazu kauft, wird die Uhr auf Jahre hinaus zum Erfolg. 2014 hat Apple rund 170 Mio. iPhones verkauft, im ersten Quartal diesen Jahren schon rund 75 Mio. Stück. Damit sind die Prognosen von J. P. Morgan alles andere als abwegig.

Zudem hat Apple eine Art Absicherungsmechanismus eingebaut: Anders als bei praktisch allen anderen Geräten von Apple wird die Smartwatch preislich einen sehr breiten Korridor abdecken. Den Einstieg markiert die Apple Watch Sport, am oberen Ende der Skala rangieren die Edition-Modelle in Echtgold. Dazwischen liegt das normale Modell. Kein anderes Produkt von Apple kann mit einer vergleichbar breit angelegten Varianten- und Preisvielfalt aufwarten.

Die Konkurrenz wird demgegenüber einmal mehr alt aussehen, obwohl sie in technischer Hinsicht keine schlechteren Produkte im Angebot hat. Samsung, Motorola und nicht zuletzt auch Google werden einsehen müssen, dass technische Spezifikationen nicht alles sind. Vielmehr spielt die Anziehungskraft und Attraktivität einer Marke auch bei Gadgets wie einer Smartwatch heute die entscheidende Rolle. Die Fans der Marke Apple zeigen das deutlich.