Die größten Risiken des Cloud Computing

Cloud Computing

Cloud Computing ist weiter auf dem Vormarsch: Wir gehen mit großen Schritten einer Zukunft entgegen, in der kaum noch Dateien auf Festplatten gespeichert, sondern nur noch in der Cloud hinterlegt werden. Das ist praktisch, weil die Daten so von überall erreichbar sind, birgt aber auch Risiken. Lassen sich diese Risiken minimieren?

Noch zögern viele Unternehmen beim Stichwort Cloud Computing, insbesondere Mittelständler. Denn so komfortabel es auch sein mag, Daten aus der Cloud von überall abrufen zu können, die neue Technik bringt auch (neue) Risiken mit sich.

Besonders für Unternehmen kann ein Verlust von Cloud-gespeicherten Daten gewaltige Probleme bereiten. Immer wieder berichten die Medien über spektakuläre Hacker-Angriffe, wenn deren Zugriffe auf sensible Daten bekannt werden. Was für Hacker (und die Medien) ein gefundenes Fressen ist, wird zum Alptraum für die kompromittierten Unternehmen.

Grundsätzlich haben sich zwei Risiken des Cloud Computing in den letzten Jahren als besonders verheerend herausgestellt: Datenlecks und Datenverluste.

Wie lassen sich diese Gefahren minimieren?

Datenlecks können verschiedene Ursachen haben, seien es Hacker, hinterlistige Konkurrenten oder auch beleidigte Mitarbeiter. Ganz egal von wo der Angreifer kommt, die Attacke sollte verhindert werden, bevor sensible Daten an die Öffentlichkeit gelangen. Zu diesem Zweck sollten zunächst natürlich die üblichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden:

  • Sämtliche Rechner müssen mit starken Antiviren-Programmen und einer effektiven Firewall ausgestattet sein, so dass Hacker Cloud-Zugangsdaten nicht per Trojaner oder Spyware aushorchen können.
  • Die gewählten Passwörter müssen zudem den höchsten Sicherheitsstandards genügen. Im Idealfall bestehen sie aus Kombinationen von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen, die keine Ähnlichkeit mit bestehenden Begriffen haben.

Daten für Unbefugte unbrauchbar machen

Eine gute Methode um Cloud-Daten vor Datenlecks zu schützen ist eine Verschlüsselung. Selbst wenn Daten aus dem sicheren Bereich entwendet werden, können Hacker nichts mit ihnen anfangen. Methoden zur Verschlüsselung gibt es viele und sie sind in aller Regel unkompliziert zu implementieren.

Jedoch sollte dringend darauf geachtet werden, dass nicht auch der Schlüssel selbst in der Cloud hinterlegt wird. Zwei effektive Strategien helfen, den Schlüssel zu sichern:

  • Es ist möglich den Schlüssel zu splitten, so dass ein Teil in der Cloud hinterlegt werden kann und der andere Teil auf dem Rechner bzw. einem Datenträger des Nutzers befindet. Nur wer beide Teile hat, kann die Daten aufschließen.
  • Durch die sogenannte homomorphe Verschlüsselung wird selbst der Schlüssel verschlüsselt und das sogar, während er sich in Benutzung befindet. Diese vielversprechende Technik befindet sich allerdings noch im Entwicklungsstadium.

Regelmässige Sicherungen der Daten erstellen

Dass Daten in die Hände von Unbefugten fallen ist die eine Sache, aber sie können in der Cloud auch einfach verloren gehen, so dass niemand mehr auf sie zugreifen kann. Potenziell kann ein solches Szenario durch massiven Virenbefall oder durch böse Fehler von des Cloud-Providers entstehen.

Die Lösung für dieses Problem ist einfach: Sämtliche Daten müssen regelmässig durch Backups gesichert werden. Die Backups können auf einer Festplatte oder einem externen Datenträger hinterlegt werden. Es gibt aber auch zahlreiche Anbieter, die speziell das Hinterlegen von Backups in der Cloud ermöglichen. Um auch hier wieder das Risiko zu minimieren, dass die Backup-Daten in falsche Hände geraten, ist es ratsam sie erneut zu verschlüsseln.

Marktüberblick zu den Angeboten der Webhoster einholen

Auf jeden Fall sollte eine ausführliche Recherche an erster Stelle stehen, um den oder die richtigen Anbieter für das Cloud Computing zu finden. Während bei den besten Webhostern der Service vom Passwortschutz und täglichen Backups über SMTP- und SSL-Verschlüsselungen bis hin zum Spam- und Antivirenschutz reicht, gibt es auch Anbieter die wenig oder nichts davon gewährleisten. Eine Übersicht über die Leistungen diverser Webhoster gibt es auf der Vergleichsplattform Netzsieger.de.

Meine Empfehlung zum Schluss: Die Alles-oder-Nichts-Strategie ist kein guter Ansatz, wenn es um das Cloud Computing geht. Um Vorbehalte abzubauen und Erfahrungen zu sammeln bietet es sich an schrittweise vorgehen. Zwei Drittel der deutschen IT-Unternehmen setzen bereits Cloud Computing ein. Das könnte sich der „normale“ Mittelstand zum Vorbild nehmen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank, dass Sie sich mit dem Theam Cloud Computing und deren Risiken beschäftigen. Mir schwebt des Öfteren eine solche Art des Webhostings vor, bin aber eben wegen genau diesen Risiken etwas vorsichtig gewesen. Sie haben mir in der Tat dabei helfen können, nun besser Bescheid zu wissen und mir die Informationen nochmal zu Gemüte zu ziehen, sobald ich meine Entscheidung zugunsten eines Cloud Angebots wahrnehme.

    VG Meicel