Jetpac City Guides: Was wir ohne Big Data vielleicht nie erfahren würden…

Jetpac City Guides

Social Media will nichts weniger als eine bessere Welt schaffen. Doch heute wissen wir dass mit Bewertungen, Empfehlungen und Verlinkungen auch getrickst und getäuscht wird, dass sich die Balken biegen. Bei Jetpac City Guides versucht man es deshalb anders: Big Data dient als Grundlage für (hoffentlich) unbestechlich ehrliche Empfehlungen. Das ist eine bemerkenswerte Weiterentwicklung von Social Media.

Kennen Sie eigentlich Ihren Klout Score? Wenn ja, wissen Sie sicher auch wie man diesen positiv beeinflussen kann. Damit ist auch schon das Dilemma von Social Media schön beschrieben: Was einst als Perspektive für eine bessere Welt in Gestalt neuer Medien in Erscheinung trat, ist heute dank vielfältiger und gezielter Manipulationen ein schwieriges Terrain geworden.

So können Unternehmen Agenturen damit beauftragen, Einträge in der Wikipedia „sauber“ zu halten oder ihre Produkte auf Amazon mit sehr positiven Bewertungen ins bestmögliche Licht zu rücken. Für Twitter-Accounts und Facebook-Seiten lassen sich Follower und Fans in Kompaniestärke kaufen und selbst für die langweiligsten Videos auf YouTube findet sich noch jemand, der (gegen Geld natürlich) die Klickzahlen nach oben bewegt.

Eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt. Noch jeder neue Dienst und jedes neue Feature ist anfällig für kleinere oder auch größere Manipulationen. So gesehen kann Social Media bis heute nicht die hohen Erwartungen und Hoffnungen erfüllen, die sich um diese neuen Medien gebildet haben. Immerhin geht die Suche nach besseren und weniger manipulationsanfälligen Daten unvermindert weiter. Big Data könnte ein Weg in die richtige Richtung sein und Jetpac City Guides dazu eine praktische Anwendungsform.

Das Startup hinter dieser noch jungen App beschäftigt sich seit 2012 damit, Empfehlungen jenseits der üblichen Bewertungs-Mechanismen in Social Media vermitteln zu können. Dazu werden sehr große Datenmengen, insbesondere Foto-Pools wie auf Facebook oder Instagram, als Ausgangsbasis genommen und durch Filtermechanismen auf relevante und aussagekräftige Sets reduziert. Das schafft einen neuen Blick auf die Fotos, der bislang verborgen gebliebene Zusammenhänge oder Häufigkeiten ans Licht bringt.

Den Anfang machte eine App für das iPad, mittels derer sich Foto-Serien von bzw. für Urlaubsreisen zusammenstellen ließen. Die im Dezember 2013 neu vorgestellte App (für das iPhone) geht einen Schritt weiter und empfiehlt beliebte Orte anhand von Foto-Analysen: So wird ermittelt, wo bzw. ob sich an einem Ort besonders viele Menschen lächelnd oder lachend fotografieren lassen. Als Ausgangsbasis wird der Foto-Pool von Instagram herangezogen, die Ergebnisse werden von Jetpac selbst als aussagekräftig und nicht-manipuliert eingestuft.

Tatsächlich dürfte es schwer bis unmöglich sein, den Foto-Pool von Diensten wie Instagram wirksam zu manipulieren. Andererseits sollte man aber auch vorsichtig mit Interpretationen zu den ermittelten Ergebnissen sein: Lässt sich anhand einer Foto-Analyse wirklich ermitteln, in welcher amerikanischen Großstadt die meisten glücklichen Menschen leben? Das müsste sicher noch genauer überprüft und am besten durch andere, davon getrennt durchgeführte Datenanalysen gestützt oder verworfen werden. Immerhin zeigt sich hier eine neue, vielversprechende Perspektive. Den Machern von Jetpac City Guides ist jedenfalls zu wünschen, dass ihre Arbeit honoriert wird und die App weiterentwickelt und verbessert werden kann.