Wandelt sich Apple in eine (Social) Customer Company?

Burberry als Customer Company

Warum wohl hat Apple unlängst die Chefin der Luxus- und Mode-Marke Burberry als Senior Vice President für seine Stores und den Online-Handel verpflichtet? Mit Angela Ahrendts wechselt kein Mode-Püppchen zu Apple, sondern eine Frau, die mehr von Marketing und Social Media versteht, als viele ahnen.

Viele Kommentatoren haben die Verpflichtung von Angela Ahrendts durch Apple als einen Beleg dafür gesehen, dass sich das Unternehmen künftig mehr dem Lifestyle-Aspekt seiner Marke und weniger den technischen Innovationen widmen könnte. Doch dem muss nicht so sein.

Klar ist, dass sich Apple in der Vergangenheit ausgesprochen wenig (um nicht zu sagen: überhaupt nicht) um Social Media bemüht hat. Unter Angela Ahrendts könnte sich das ändern. Mehr noch: Sie hat bei Burberry Social Media auch in der internen Kommunikation (Enterprise 2.0) eingeführt und kennt somit alle wesentlichen Aspekte aus praktischer Erfahrung. Damit ist sie vielen Führungskräften in vergleichbarer Position in anderen Unternehmen weit voraus.

Ab Mitte 2014 wird dieses Wissen also auch bei Apple Einzug halten. Meine Prognose dazu ist, dass sich Apple im Auftritt nach Außen wandeln und anders als bisher auch online stärker in Beziehung mit seinen Kunden treten wird. Apple wird eine Customer Company werden, wie man das bei Salesforce konzeptionell erdacht hat.

Auf die praktische Umsetzung dürfen wir gespannt sein. Denn das Stichwort „Customer Company“ bezieht sich nicht nur auf die Bereiche Marketing und Absatz, sondern schließt auch Produkt- und Prozess-Innovationen ein. Würde sich Apple hier öffnen und konstruktive Dialoge zulassen, wäre das ein epochaler Kulturwandel für das Unternehmen und zugleich ein starkes Signal weit über die Branche hinaus.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Die Dame macht Mut.
    Können sich so die Konzerne weg von ihren soziopathischen, also wenig empathischen Führungen doch noch den wirklichen Bedürfnissen der Menchen zuwenden, inklusive einer Ökonomie, die nicht mehr die zuliefernden Menschen und Tiere ausbeutet sondern zu einer Hege der Ressourcen dieser Welt kommt?
    Oder wird der bisherige Trend nur noch mehr verstärkt, weil die Menschen sich in einer sich steigernden Selbstzerstörungsspirale noch weiter anfeuern, koste Konsum von Dingen, die wir nicht wirklich zum SEIN brauchen, was es wolle …