App.net versucht mit Gratis-Accounts den Befreiungsschlag

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App.net nutze ich schon seit Monaten nicht mehr. Obwohl ich die Idee von Dalton Caldwell, eine werbefreie Alternative zu Twitter anzubieten und dafür die Accounts kostenpflichtig zu machen für sehr gut hielt, brachte mir mir mein Account auf App.net leider keinen Nutzen: Die interessante und wichtige Kommunikation im Social Web konzentriert sich derzeit auf Facebook und Twitter. Selbst Google+ hat ziemlich Mühe, so etwas wie Relevanz zu erzeugen.

Das Problem sehe ich nicht in den kostenpflichtigen Accounts, sondern in der Tatsache, dass der Dienst keine interessanten Alleinstellungsmerkmale besitzt. Einfach nur „Twitter ohne Werbung“ zu sein, das reicht nicht.

Aktuell versucht Dalton Caldwell neue Nutzer über Gratis-Accounts zu gewinnen und damit ein Freemium-Modell einzuführen. Dabei kann man sich aber nicht einfach so anmelden, sondern muss einen Invite über ein zahlendes Mitglied vorweisen, was ziemlich umständlich ist. Darüber hinaus unterliegen die Gratis-Accounts einer Reihe von Einschränkungen, etwa der, dass man maximal 40 anderen Accounts folgen kann. Das dürfte die Begeisterung über diesen Dienst nicht wirklich nach oben treiben.

In seiner Ankündigung erwähnt Caldwell natürlich auch die Schnittstellen, über die Entwickler zusätzliche Funktionen zu App.net programmieren können. Das deutet darauf hin, dass mit innovativen Funktionalitäten nicht von App.net selbst zu rechnen ist, sondern dies von den Entwicklern erwartet wird. Letztere aber werden sich gut überlegen, ob sie Zeit und Geld in eine Plattform investieren sollen, die von nur 36.000 Nutzern frequentiert wird, wie Martin Weigert berichtet.

Wem eine optimistischere Prognose lieber ist, sollte den Text von Martin Weigert auf netzwertig.com lesen. Zudem gibt es für das Blog selbst einen Account auf App.net, dem man folgen kann. Vorläufig zahle ich mal noch brav weiter, ohne App.net zu nutzen. Mal sehen wie lange noch. Auf meinem iPhone und dem Nexus 7 habe ich aktuell keine Apps mehr für diesen Dienst installiert.

Anmerkung: Dieser Text wurde im Mai 2017 geringfügig überarbeitet, nachdem insbesondere die Links zu diesem inzwischen stillgelegten Dienst nicht mehr aufrufbar waren. Ironischerweise kann man Dalton Caldwell seit Neuerem (wieder) auf Twitter folgen…