Was taugen Minibücher? Die Social Media Minis von Pearson

Foto der Social Media Minis von Pearson

In kräftigen Farben, ganz wie Legosteine, kommen sie daher, die Social Media Minis von Pearson. Vier Bücher im Postkartenformat zwischen 120 und 170 Seiten stark. Jeder Band kostet in Deutschland 7,20 Euro, was im Markt der Fachbücher eine ziemliche Ansage darstellt: Pearson versucht nichts weniger als ein neues Segment zu definieren. Ob die Rechnung aufgehen wird?

Zunächst darf man für diesen Preis keine Wunder erwarten: So sind die Bände dieser Reihe zwar durchgehend bebildert, aber nur in schwarz-weiß. Zudem fallen die Abbildungen wegen des kleinen Formats nicht wirklich üppig aus, zum Teil sind sie etwas schlecht abzulesen. Inhaltlich richten sich zwei Bände explizit an Einsteiger, nämlich jene zu Xing und Twitter. Die beiden anderen setzen gewisse Vorkenntnisse voraus und behandeln Google+ bzw. das Marketing mit Facebook.

Die Einführungen zu Xing und Twitter kann man wirklich als gelungen bezeichnen. In knapper Form werden hier die Grundlagen der Materie vermittelt, allerdings auch nicht mehr. Wer diese Netzwerke nur dem Namen nach kennt und nach einer zuverlässigen Anleitung für die ersten Schritte sucht, macht mit diesen beiden Büchern nichts falsch.

Dem Buch zu Google+ hätte ich etwas mehr Volumen gewünscht. Zwar wird auch hier alles Wesentliche behandelt, doch Oliver Gassner hält sich nicht lange mit Details und genauen Funktionsbeschreibungen auf. Ihm geht es um das „professionelle Kommunizieren“. Vom Ansatz her finde ich das gut, vermisse aber beispielsweise eine genauere Darstellung zur Einbindung von Whiteboards oder Office-Dokumenten in Hangouts. Dem roten Buch hätte es nicht geschadet, wenn es noch ein Kapitel über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in kleinen, unternehmensübergreifenden Teams bekommen hätte. Denn das genau ist eine der Stärken dieses Netzwerkes.

Den Höhepunkt der kleinen Buchreihe von Pearson bildet ohne Zweifel das Buch zum Facebook-Marketing. Jonny Jelinek beschreibt auf nicht ganz 140 Seiten alles Wichtige für den Einsteiger in absolut verständlicher Form. Die Frage ist nur: Warum sollte gerade der Marketing-Praktiker zu einem so kleinen und günstigen Buch greifen? Mehr als eine erste Orientierung kann der Band nicht bieten und der Preis wird bei dieser Lesergruppe kaum ein Entscheidungskriterium sein. Wer es ernst meint mit dem Facebook-Marketing, findet hier ein sehr gutes Basiswissen, wird vermutlich aber schon eine Woche später wieder im Buchladen stehen (oder auf der Website von Amazon) und nach mehr Informationen suchen.

Mein Favorit in dieser Reihe ist deshalb der Twitter-Band von Michael Rajiv Shah. Mehr Buch zum Thema Twitter braucht eigentlich niemand. Insgesamt zeigt die kleine Buchreihe, dass den Verlagen im Zeitalter der Digitalisierung immer noch Neues einfällt um das gedruckte Buch am Leben zu erhalten. Und wer partout gedruckte Bücher für nicht mehr zeitgemäß hält, bekommt alle vier Titel auch als E-Book (einzeln und als Bundle).

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Herr Schwenk,

    ich fühle mich sehr geehrt durch den „Favoriten“!!! Danke sehr.

    In der Schule jedoch hätte ich dafür eine schlechte Note bekommen. Denn die vorgegebene Form -120 Seiten- wurde von mir um 46% überschritten. Aber auch schon die, war nach einem 364-Seiten Business-Networking Kompendium eine echte Herausforderung.

    Es würde mich sehr freuen, wenn Sie in meinem http://bit.ly/LinkedIn_Unternehmensprofil der erste wären, der mir zu diesem Produkt ein öffentliches Feedback gibt.

    Herzlichen Gruß nach Ulm

    ?liche Grüsse

    Ihr

    MiSha ~ Michael Rajiv Shah
    Ich bringe Social Media Nutzen in den Businessalltag
    Autor des 1. http://bit.ly/XINGedIN Networking Buches

  2. Hi Matthias,
    danke für die Review.

    Nun es gab einfach Platzlimits bei den Büchlein und Apps in Hangouts habe ich eben erwähnen, aber nicht im Detail darstellen können – und wollen. Den einen oder anderen hätte das wohl eher irritiert. Wobei: Die, die sich soweit reinfuchsen, ich glaub die brauchen da auch nicht mehr SO viele Tipps. (Die Lower Third App z.B. ist schon ‚ersetzt‘)

    Bei den Funktionen hatte ich schon versucht, zu allen Bereichen und wesentlichen Knöpfen was zu sagen – aber du weißt ja auch: wenn man da zu sehr in die Tiefe geht, sieht das Netzwerk, bis das Buch gedruckt ist, schon wieder anders aus. Es ging mir darum ein Gleichgewicht zwischen ‚wichtigen Knöpfen‘ und ‚Was macht man denn dann damit‘ zu finden.

    Die Idee, was zum Thema „Kollaboration mit Onlinetools“ zuschreiben – wie soll ich das jetzt sagen, die finde ich so gut, dass ich sie auch schon hatte. 😉 Watch out 😉 (Sollen wir beide mal nen Hangout mit Whitebpoard dazu machen? ich hab nämlich in Hangouts noch nie eins benutzt 😉 )

  3. Hallo Michael und Oliver: Vielen Dank für Eure Kommentare. Dass es für die Social Media Minins ein Seitenlimit gab, wusste ich natürlich nicht. Allerdings finde ich es auch nicht schlimm, wenn der eine Band etwas schmaler und ein anderer etwas umfangreicher ausfällt.