Das Google+ Buch von Annette Schwindt

Buch Cover: Das Google+ Buch von Annette Schwindt

Wer braucht eigentlich ein Buch zu Google+? Das soziale Netzwerk von Google hat es nicht leicht. Als eine Art Gegenpol zu Facebook gedacht, konnte es bislang auf breiter Front noch nicht überzeugen und wird von Kritikern deshalb immer mal wieder gerne als „Geisterstadt“ bezeichnet. Doch Polemik wird der Sache nicht gerecht.

Google+ kann durchaus als etabliert gelten, wenn auch auf deutlich geringerem Niveau als Facebook. Insofern macht ein Buch dazu sogar noch mehr Sinn als bei Facebook, weil man sich mit Google+ weniger intensiv befassen wird und deshalb gelegentlich vielleicht etwas nachschlagen möchte. Als Maßstab für das Buch muss bei Annette Schwindt natürlich das von ihr verfasste Werk zu Facebook herhalten, das inzwischen in der dritten Auflage vertrieben wird. Ihr Facebook-Buch ist ein Meilenstein und wahrscheinlich das erfolgreichste Social-Media-Buch in Deutschland überhaupt (es hat sogar eine eigene Website).

Das Google+ Buch knüpft daran nahtlos an: Die gleiche verständliche Sprache, das gleiche Layout mit Screenshots links und den Erläuterungen rechts. Das Querformat des Buches mag nicht jedermanns Sache sein, doch über diesen Schatten sollte man springen können. Denn bei der Arbeit mit dem Buch ist es durchaus hilfreich.

Souverän führt Annette Schwindt den Leser durch alle wichtigen Punkte, ihre Ausführungen sind durchweg verständlich und nachvollziehbar. Praktisch ist, dass man das Buch nicht streng chronologisch lesen muss, sondern sich je nach Bedarf einzelnen Kapiteln widmen kann.

Dennoch ist es keine Allzweckwaffe: Wer Ratschläge für die Suchmaschinenoptimierung mittels Google+ erwartet oder Strategien zum Aufbau von Reichweite diskutiert sehen möchte, ist hier falsch. Das Google+ Buch ist in erster Linie ein Ratgeber zum Umgang mit Googles Social Network in allen praktischen Einzelfragen. Wie man letztlich aus diesen einzelnen Elementen eine erfolgreiche Kommunikations- oder Marketing-Strategie entwickelt, traut Annette Schwindt ihren Lesern selbst zu. Sie begnügt sich mit kleinen Hinweisen am Rande oder auch zwischen den Zeilen.

Mein Fazit: Das Buch ist sein Geld wert! Dazu kommt, dass Annette Schwindt auf ihrem Blog und natürlich auch auf Google+ laufend über wichtige Neuerungen informiert.

Am Horizont zeichnen sich derweil bereits neue Aufgaben für Verlag und Autorin ab: Als neue Netzwerke gehen gerade App.net (siehe dazu auch mein Blogpost) und Branch an den Start. Für Bücher dazu ist es vielleicht noch etwas früh, aber 2013 kann das schon anders aussehen…