Facebook zieht neue Seiten auf – gut für mashlab und die Betreiber von Seiten

Screenshot Facebook Pages Startseite

Facebook hat seine Seiten (Pages) runderneuert und damit die Fachwelt ganz schön überrascht. Denn das Update fiel substanzieller aus als erwartet und zeigt, welche enorme Bedeutung Seiten mittlerweile haben. Ihr Name mag etwas unglücklich gewählt sein, denn sie beziehen sich weder auf die ganze Website noch dürfen sie mit Profilen verwechselt werden. Seiten stellen bei Facebook eine eigene Kategorie dar, mittels derer Produkte, Marken und Organisationen beworben werden können.

Weil auf Facebook im Grunde nur natürliche Personen ein Profil anlegen können, wurde mit den Seiten die Möglichkeit geschaffen, auch andere Objekte in diesem Social Network „aufleben“ zu lassen. Die Funktionsprinzipien von Seiten ähneln denen von Profilen und wurden mit dem aktuellen Update diesen noch etwas weiter angeglichen. Gute Beschreibungen der neuen Features gibt es u. a. bei Annette Schwindt und facebookmarketing.de.

Besonders erwähnenswert finde ich zwei Dinge: Zum einen die Tatsache, dass Administratoren künftig entscheiden können, ob sie unter dem Label der Seite oder mit ihrem eigenen (richtigen) Profilnamen kommunizieren möchten. Das schafft die Möglichkeit, persönlicher aufzutreten und hebt Facebook auf dieser Ebene geschickt von Twitter ab, wo dies (noch) nicht möglich ist. Zum anderen setzt Facebook ab jetzt bei der Gestaltung der Seiten auf iFrames, was den Betreibern deutlich mehr Gestaltungsspielraum gibt.

Bekanntlich konnten Seiten auf Facebook bisher schon gestaltet werden, indem das Konzept der Reiter genutzt wurde. Bei der Programmierung musste auf FBML (Facebook Markup Language) zurückgegriffen werden, was zwar relativ einfach, dafür aber im Gestaltungsumfang limitiert war. Mit iFrames gibt es jetzt weitaus mehr Möglichkeiten, allerdings fällt hierbei die Lernkurve etwas steiler aus.

In diesem Kontext könnte mashlab eine Hilfe sein. Das Münchner Startup hatte ich schon im Dezember 2009 hier im Blog besprochen und damals ziemlich abgekanzelt, weil ich das Konzept von Wolfgang Huther und Oliver Sommer zu wenig „social“ fand. Inzwischen hat sich mashlab weiterentwickelt und bietet sein Tool-Set auch zur Gestaltung von Seiten in Facebook an.

Die Resonanz hat seit der Umpositionierung erheblich zugenommen, berichten mir die beiden Gründer. Aber droht das Konzept nicht mit der Umstellung von FBML auf iFrames obsolet zu werden? Ganz im Gegenteil, meint Wolfgang: Die Umstellung bei Facebook kommt für mashlab wie gerufen, denn dessen ursprüngliches Konzept zur Gestaltung von Websites lässt sich mit iFrames viel besser umsetzen als unter FBML. mashlab kehrt damit in gewisser Weise zurück zu seinen Anfängen und kann damit jetzt auf der technischen Ebene aus dem Vollen schöpfen.

Das Tool-Set von mashlab richtet sich sowohl an Endanwender, die damit ihre Seite auf Facebook gestalten wollen, als auch an Agenturen, die mehrere Kunden und deren Facebook-Seiten betreuen. In der einfachen Version ist mashlab kostenlos, zwei weitere Varianten mit mehr Leistungsumfang sind kostenpflichtig.

mashlab richtet sich nicht an Programmierer: Wer HTML beherrscht, braucht das Tool nicht. Wer aber nicht „programmierfest“ ist, keinen eigenen Server betreibt und sich nicht mit den technischen Grundlagen von Facebook-Apps auseinander setzen will, kann mit mashlab seine Seite(n) auf Facebook einfach um indiviudell gestaltete Elemente im eigenen Corporate Design ergänzen.

Anwendungsbeispiele sind etwa das Haus der Kunst (München) und out here records, ein Musiklabel für afrikanische Musik. Dabei sollte aber immer im Auge behalten werden, dass Design auf Facebook längst nicht alles ist: Entscheidend für den Erfolg einer Seite ist letztlich immer die Kommunikation mit den Usern (Freunden).