Data Mining und Künstliche Intelligenz bei Facebook

Künstliche Intelligenz bei Facebook

Auf TechCrunch wird Yuri Milner, CEO von Digital Sky Technologies, mit der Aussage zitiert, dass Künstliche Intelligenz innerhalb der nächsten 10 Jahre bei Facebook entstehen könnte, weil die enormen Datenmengen, die dort anfallen, intelligente Filtermechanismen erfordern:

„I think that when you have billions of people connected and the unprecedented pace of exchange of information then you need filtering mechanisms. And now we’re in the very early stages where your friends and networks are doing it for you, like on Twitter and Facebook. Or the Google approach, where there are a whole bunch of machines that are learning fast. And I think there will be a convergence between those two models. And I think Facebook will be one of those platforms from which AI will emerge in the next ten years.“

Das ist schon eine gewagte Prognose, der in den Kommentaren auf TechCrunch heftig widersprochen wird. Wer aber genau liest, stellt fest, dass Milner neben Facebook auch Google ausdrücklich erwähnt hat.

Im Kern geht es ihm wohl darum, dass eine sehr avancierte Technologie wie Künstliche Intelligenz am wahrscheinlichsten dort entstehen wird, wo mit enormen Datenmengen (und Algorithmen) gearbeitet wird. In diesem Sinne hätten sowohl Facebook als auch Google gute Chancen, auf diesem Gebiet einen Durchbruch zu erzielen. Künstliche Intelligenz bei Facebook liegt demnach im Bereich des Möglichen – lassen wir uns überraschen!

Lässt man den spekulativen Rahmen außer Betracht, bleibt die Feststellung übrig, dass in den nächsten 10 Jahren das Sortieren, Auswerten und Aggregieren sehr großer Datenmengen im Web einen profitablen Markt bilden wird.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wird eine spannende Geschichte. Facebook ist absolut interessant, aber ich denke ich werde immer zu Google für Suchanfragen tendieren. Die Bewertung von Internetseiten scheint mir plausibler als das klicken von LikeButtons. Wie es ausgehen wird ist aber auf jeden Fall offen.

  2. Vor allem dem letzten Absatz kann ich nur zustimmen. Wer dabei das große Geschäft machen wird, ist auch klar: Facebook und/oder Google.

    Für mich stellt sich dabei die Frage, ob andere Unternehmen überhaupt noch eine Chance haben, ähnliche Datenmengen von uns zur Verfügung gestellt bekommen wie diese beiden? Sind wir dazu überhaupt noch bereit oder ist die Sensibilität mittlerweile größer geworden und verhindert, ähnliche Datenmengen preiszugeben? Bzw. kann es sich ein Unternehmen, das neu auf den Markt kommt, überhaupt noch erlauben, so viele Daten zu „fordern“?

  3. @Sebastian: Die Bewertung von Seiten bei Google basiert im Wesentlichen auf den Verlinkungen, die auch als ein Maß für die Popularität gesehene werden können. So gesehen kommt es darauf an, wer längerfristig die Popularität besser messen kann. Allerdings hat Google dann doch noch einen Vorteil: Seine Crawler indizieren praktisch alles was sie finden und Google kann damit ein wesentlich vollständigeres Bild liefern als Facebook.

    @Christian: Du sprichst ein enormes Problem an! Die Konzentration auf einige wenige große Player im Netz ist keine gute Entwicklung. Startups könnten hier tatsächlich dauerhaft in eine nachteilige Position gelangen.