IBM: Lotus Connections 2.5

Social Software für Kunden der IBM hört auf den Namen Lotus Connections und wird in diesen Tagen in der Version 2.5 ausgeliefert. Sie beinhaltet jetzt praktisch alle Elemente, die man zu den Tools für Collaboration zählen kann: Blogs, Wikis, Bookmarking, Profilseiten und natürlich auch das Microblogging (in Anlehnung an Twitter).

Dass es für die IBM immer noch nicht ganz leicht ist, in offenen Strukturen zu denken, zeigt ein separates Tool namens bluto. Mit ihm erst lässt sich das Micro-Blogging in Connections mit Twitter verbinden. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie Unternehmen künftig Projekte kollaborativ mit externen Partnern durchführen wollen bzw. können. Traditionell tauscht man E-Mails bzw. Office-Dokumente aus. Kommen aber Blogs und Wikis ins Spiel, scheiden sich schnell die Geister, weil unter Umständen jede Seite eine andere Suite einsetzt und es nach außen jeweils wenig bis keine Schnittstellen gibt.

Aber ganz so weit ist der Markt zum Glück noch nicht. Erst einmal gilt es, unternehmensintern Social Software richtig ins Rollen zu bringen und die IBM könnte mit Lotus Connections hier gute Chancen haben, weil sie weltweit vermutlich ein Vielfaches an Geschäftskontakten im Vergleich zu den kleineren Wettbewerbern (wie Socialtext oder Atlassian) haben dürfte. Da spielt es dann auch keine Rolle, wenn das Video nur sehr trocken und humorlos einen Einblick in die zweifellos gut gemachte Software gibt.

Stehen Unternehmen heute vor der Entscheidung, welche Social Software sie intern einsetzen sollen, geht es nicht mehr so sehr um Features (da inzwischen alle wichtigen Anbieter hier mehr oder weniger auf gleicher Höhe operieren), sondern eher um Aspekte der Usability und der Schnittstellen zu anderen Anwendungen (von den Lizenzkosten einmal abgesehen).

Weiche Faktoren werden also immer wichtiger und bestimmen in erheblichem Umfang mit, ob alle Mitarbeiter eines Unternehmens die angebotenen Tools auch wirklich nutzen und sich so echte Produktivitätsvorteile ergeben. Die IBM bietet deshalb wohl auch eine Reihe von Tutorials an, anhand derer man sich mit den Funktionen von Lotus Connections vertraut machen kann. Auf einem anderen Blatt freilich steht, ob sich die Einkaufs- und IT-Abteilungen bei ihren Entscheidungen auch nach solchen Gesichtspunkten richten.