Die re:publica und ihr Motto: Geht das zusammen?

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„Shift happens“ lautet das Motto der diesjährigen re:publica und so habe ich auch meinen Artikel genannt, der auf Carta erschienen ist. Darin hebe ich darauf ab, dass noch viel zu wenig gesellschaftlich relevante Institutionen begonnen haben, Social Software zu nutzen.

Könnte das auch daran liegen, dass die re:publica als Konferenz relativ „binnenorientiert“ ist?

Damit meine ich, dass ihr Programm sehr stark auf die „Web 2.0 Szene“ ausgerichtet ist und sich eher wenig Mühe gibt, Interessengruppen, Verbände, Parteien oder Unternehmen einzubinden, die dem Web 2.0 noch fern stehen.

Deutlich wurde das meiner Ansicht nach am ersten Konferenztag (Mittwoch), als das Panel zum Thema „Blogs in Deutschland“ keine neuen Erkenntnisse brachte und sich eher im Kreis drehte, soweit man das über den provisorischen Handy-Stream (ohne Bild) zuhause am Rechner mithören konnte. Die Ursache dafür ist auch nicht schwer zu finden: Es diskutieren die immer gleichen Köpfe.

Damit aber langweilt man das Publikum und schlägt auch keine Wellen über die Szene hinaus. Die re:publica müsste mehr Mut zeigen und ergebnisoffener diskutieren. Denn „Shift happens“ tritt genau dann nicht ein, wenn nur Gleichgesinnte sich treffen und auch noch gerne unter sich bleiben…

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich konnte die rp09 vor Ort mitverfolgen und kann sagen, dass sich da hinsichtlich Shift nicht viel getan hat.
    Blogger vs. Print-Journalismus war das grosse Thema. Ob Twitter nun wirklick kommt und ob die Inhalte Relevant sind, was mit der deutschen Blog-Szene passiert (schon fast ein 1.0er Thema) und wie man ein Corporate Blogger wird.
    Also alles relativ alte, schon besprochene Themen, die von den usual suspects diskutiert wurden und das sind definitiv keine Firmen sondern die Freaks der Szene.
    Hoffe auf Heute!

  2. Als das Web 1.0 noch neu war und man sich unter der Überschrift „Netzliteratur“ traf, nannten wir das bald den „Wanderzirkus“ – weil sich auch damals schnell die immerselben Aktiven versammelten, um mal wieder so richtig schön zu klönen und nebenbei ein bisschen Werbung für sich zu machen. Ist nett, aber „shift“ passiert da eher nicht…

  3. „binnenorientiert“ ist eine sehr freundliche Umschreibung. Man ergänzt und bestätigt sich. Die „gesellschaftlich relevanten Institutionen“ sehen amüsiert oder beunruhigt auf die bunte Freakshow im Internet und die Web 2.0 Gemeinde betrachtet jene Institutionen als irgendwie uncool oder überholt.

  4. Hey, wenn das eine Erkenntnis ist, dann ist doch super! Grundsätzlich sollten jetzt mal alle Nerds anfangen ihren Eltern twitter zu erklären. Damit überspringen sie zwar web 2.0, aber irgendwann muss man doch anfangen alle an die Hand zu nehmen! LG aus HH, Chris

  5. Danke für die Kommentare. Dem bleibt mir nicht viel zu erwidern oder ergänzen. Außer vielleicht einem Link auf Fefe, der die re:publica böse aufs Korn genommen hat…