Schrumpfende Wirtschaft, fehlende Orientierung

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Die Weltwirtschaft schrumpft, um nicht zu sagen, sie stürzt ab. Aber warum eigentlich? Am Anfang stand das Platzen der amerikanischen Immobilienblase und die daraus folgende Bankenkrise. Längst aber hat die Krise auch die Industrie und den Dienstleistungssektor erfasst. Dort brechen jetzt die Aufträge in einem nie gekannten Umfang weg.

Das Problem ist: Alle wissen, dass die USA in den letzten Jahren deutlich über ihre Verhältnisse gelebt haben und mit dem Platzen der Immobilienblase die nötige Korrektur eingeleitet wurde. Allerdings ist nicht klar, wo die Korrektur ihren Boden finden wird.

Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass es jetzt in vielen Branchen Überkapazitäten gibt. Wie hoch diese sind, kann man aber noch nicht sagen. Die Manager agieren deshalb mit Vorsicht und haben ihre Investitionen vorläufig stark zurückgefahren oder sogar ganz ausgesetzt. Es fehlt ihnen die Planungssicherheit. Gleichzeitig verschlimmert diese kaufmännische Vorsicht die Krise, weil jetzt auch durchaus sinnvolle Investitionen unterbleiben.

In dieser Situation wäre es eigentlich erforderlich, mit einer Modellrechnung zu ermitteln wo der „Boden“ liegen könnte. Dafür dürfte aber eine entscheidende Größe fehlen, nämlich eine Stabilisierung am amerikanischen Immobilienmarkt. Die amerikanische Regierung hat diesem Problempunkt bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Sie ist vollauf mit den taumelnden Banken befasst.

In Deutschland dagegen ist Karneval Wahlkampf und der Politikbetrieb zeigt wenig Lust, der exportabhängigen Wirtschaft jetzt Orientierungspunkte zu vermitteln. Die Unternehmen sind also auf sich gestellt und werden die Probleme aus eigener Kraft lösen müssen.