Die New York Times retten: Mit Cost Cutting und Paid Content?

 

Henry Blodget (Silicon Alley Insider) weiß, wie die New York Times zu retten ist: Die Kosten sollten sich problemlos und schnell um 40 % senken lassen, dazu würde er die Printausgabe im Preis etwas anheben und schließlich noch ein Bezahlmodell für die Internetinhalte (Paid Content) einführen!

Bei näherer Betrachtung zeigt sich schnell, dass hier eine Rechnung mit vielen Unbekannten aufgemacht wird. Interessant ist immerhin, dass sich sein Ansatz für den Paid Content an das Modell des Wall Street Journals anlehnt. Und hier schließt sich der Kreis zu einem Gedanken, den Jan Tißler (Upload-Magazin) entwickelt hat: Paid Content lässt sich dann durchsetzen, wenn er ein Nutzenerlebnis bieten kann:

Nutzer mögen es bequem und einfach. Erleichtere ich ihnen das Leben, habe ich beste Chancen, dafür bezahlt zu werden. Der Kaufprozess muss so simpel wie nur irgend möglich sein. Die Nutzung muss mir Vorteile bieten. Verfügbarkeit. Mobilität. Universelle Einsetzbarkeit. Große Auswahl. Angenehme und anregende Präsentation.

Genau das macht das Wall Street Journal: Wer für die Onlineausgabe bezahlt, bekommt alles bequem und übersichtlich präsentiert. Wer nichts bezahlt, sieht nur einen Teil der Artikel direkt und muss sich den Rest (mühsam) über Google suchen (für die Suchmaschine ist das WSJ gänzlich offen).

Aber: Henry Blodget hat etwas Wichtiges übersehen (oder bei Jan Tißler nicht gründlich genug gelesen): Exklusive Inhalte braucht es für Paid Content und davon hat das WSJ mit seiner Fokussierung auf die Finanzmärkte deutlich mehr als die breit angelegte NYT.

Als Fazit bleibt für mich die Feststellung, dass man an verschiedenen Stellen wieder mehr über Paid Content nachdenkt, nachdem dieser Ansatz für etliche Jahre doch ziemlich verpönt war. Totgesagte leben eben länger…