Obama, CNN und das Hologramm

Er hat die Wahl gewonnen und wird 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: Barack Obama. Zum ersten Mal bei mir im Blog ist er übrigens schon im Juni 2007 aufgetaucht, worauf ich heute ein bisschen stolz bin…

Da bwl zwei null aber kein Politik-Blog ist (und auch nicht werden wird), hier ein anderer Fokus: Der Sender CNN hat in seiner Berichterstattung vom Wahlabend erstmals eine Reihe von Hologrammen eingesetzt. Mathew Ingram zeigte sich davon beeindruckt, interessanterweise sind es aber viele Blogleser nicht: Sowohl bei ihm, als auch bei Michael Arrington (TechCrunch), überwiegen die negativen Töne in den Kommentaren. Auf engadget schlägt schon der Artikel ins Negative und die Leser pflichten eifrig bei.

Mich erstaunt, dass die sonst so leicht zu begeisternden Amerikaner bei dieser Technik so zurückhaltend reagieren. Mich haben die Hologramme voll und ganz überzeugt und ich denke, dass wir von dieser neuen Technik in den nächsten Jahren noch viel sehen werden – vielleicht sogar bei ARD und ZDF…

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ganz ehrlich: ich finds auch ziemlich schräg und sehe keinen nutzen – nicht mal einen besonderen unterhaltungswert. mir wäre lieber, wenn ard und zdf erstmal hd fernsehen einführen.

  2. Eine tolle Sache! Ob wir diese Technologie aber so bald auch in deutschen Nachrichtensendungen im Einsatz sehen werden, nun ja. 🙂 Da sind uns die Amerikaner einfach mal wieder einen bzw. gleich mehrere Schritte voraus.

    Übrigens: Der Moderator heißt Anderson Cooper. 😉

  3. Ich finde es genial, dass CNN mit dieser Technik voranschreitet. Ich halte es für eine Bereicherung, denn Kommunikation findet nicht nur durch Text oder einen Bilddialog sondern auch durch Gesten, Körperhaltung, Bewegung etc. statt.

    In vielen Bereichen hat sich im Web das Video-Interview beispielsweise via Skype durchgesetzt, doch optisch bleibt es halt einmal „flach“. Durch ein 3-dimensionales Hologramm käme in solche Situationen mehr Bewegung und Dynamik hinein.

    Ich sehe eine besondere Möglichkeiten bei Podiumsdiskussionen, zu denen derzeit die Personen alle physisch anreisen müssen. Zukünftig könnte eine Podiumsdiskussion auf Konferenzen aber auch im Fernsehen mit Personen stattfinden, die dann eben nicht 5000 oder 10000 km für 30 Minuten anreisen müssen. Deswegen sehe ich auch kein entweder oder (HD oder Hologramm) sondern ein sowohl als auch, denn nur mit qualitativ gutem Bild kommt das Hologramm auch rüber. Hologrammsendungen könnten also die Nachfrage an HD ankurbeln; daran mangelt es in der Masse derzeit noch 🙂

    Allerdings bin ich auch Science Fiction Fan und Trekkie 🙂

    So, ich besteige jetzt den Mount Everest, muss rüber ins Holodeck 😀

  4. @Dusan und Frank: Frank hat mir die Worte aus dem Mund genommen. Hologramme bringen vielleicht gar nicht so sehr den Unterhaltungswert, als mehr einen „ökologischen“ Nutzen, wenn man nicht mehr eigens anreisen muss und dennoch relativ persönlich kommunizieren kann.

    @Marie: Danke für die Korrektur! Vor Lauter Wahl, Obama und Situation Room habe ich nur noch an Wolf Blitzer gedacht, obwohl er es eindeutig nicht ist!

  5. Ich finde das ist eine sehr spannende Technik, die vor allem zur weiteren Akzeptanz von Videokonferenzen in Unternehmen beitragen kann. Bei einer „normalen“ Videokonferenz geht ja leider vieles an Information verloren, die man über Gestik und Körperhaltung vermittelt.

  6. Ich war am Anfang auch beeindruckt. Ein Hologramm welches nicht transparent erscheint, relativ gross ist und scharf abgebildet wird.

    Dieses „Hologramm“ wurde anscheinend nachträglich live in das Video eingepflanzt. Es ist wohl eine Abbildung, die je nach Kameraposition umgerechnet wird, aber mit einem Hologramm hat dies nun wirklich gar nichts zu tun.

  7. @Dennis: So sehe ich das auch. Die Kommunikation würde dadurch enorm verbessert, etwa auch anstelle längerer Telefonate.

    @decoien: Das wäre allerdings eine Enttäuschung, wenn man hier mit Tricks hätte arbeiten müssen. Immerhin: Bei Cisco hat man schon eine Technik im Angebot, also sollte es auch funktionieren.

  8. @JE Offenbar können die Experten trefflich darüber streiten, ob bei CNN jetzt eine „echte“ Hologramm-Technik zum Einsatz kam oder nicht. Irgendeine Art der Projektion war es jedenfalls und der Eindruck relativ plastisch.

    Interessant dazu auch der Artikel auf cnet und seine über 170 Kommentare. Ich jedenfalls bleibe beeindruckt (wie oben Frank Hamm), auch wenn CNN noch nicht ganz an die Möglichkeiten aus Star Wars herangekommen ist…

    @Klaus-Martin Meyer: Auf das Stichwort habe ich gewartet! 🙂 Tatsächlich dürfte der Durchbruch dieser Technik damit kommen, dass die Porno-Industrie ihre Darbietungen dreidimensional in den Raum stellt und der interessierte Zuschauer das Geschehen aus jedem nur denkbaren Blickwinkel mitverfolgen kann.

  9. Also ich muss sagen ich sehe auch nicht unbedingt viel Nutzen, in der neuen Technik, auch wenn ich es toll finde, das CNN Neues ausprobiert! Besonders gelungen fand ich dagegen die Aufbereitung der Zahlen zusammen mit der Bedienung über Multitouch und den daraus entstehenden „Minority Report“-Effect.

    Die Aufregung wegen des „Hologramms“ kann ich irgendwie nicht ganz verstehen. Bei dem Interview selbst wurde doch schon erklärt wie das geht? Viele Kameras um die Person und eine Software, die in real-time die passende Perspektive in Abstimmung mit den Studio-Kameras ins Bild einfügt. Toll das das jetzt auch Live und in HD geht, aber in Kinofilmen ist die Technik doch schon lange Standard, z.B. im ersten Matrix-Film als Bullet Time Effekt mit 36 Kameras und das war 1999.