Corporate Blogging – oder lieber gleich Corporate Life Streaming?

Wenn wir Sarah Perez von ReadWriteWeb glauben dürfen, ist das Ende des Bloggens nahe und ein neues (besseres) Zeitalter steht vor der Tür: Lifestreaming ist „the next big thing“. Ihr Artikel ist durchaus lesenswert, vor allem da sie in den Kommentaren wieder deutlich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.

Life Streaming (oder doch eher Lifestreaming?) ist ein noch relativ neues Konzept, bei dem man bestimmte Aktivitäten im Web (Bilder hochladen zu Flickr, Twittern…), die sich per RSS nachverfolgen lassen, wieder an einer Stelle zusammenführt und quasi als Nachrichtenstrom veröffentlicht. Nichts anderes steckt hinter FriendFeed, wo jeder User seinen eigenen Stream hat (sichtbar unter dem Label „me“). Natürlich gibt es auch andere Anbieter die mit Software helfen, solche Streams zu erstellen und etwa in Blogs einzubinden (z. B. Dipity) oder in einem Social Network (z. B. Lifestream.fm) zu veröffentlichen.

Die Grafik aus den Google Trends zeigt, dass das Konzept allmählich an Aufmerksamkeit gewinnt. Als Alternative zum Corporate Blog sehe ich das natürlich nicht, insofern war die Artikelüberschrift eher ironisch gemeint. Festzuhalten bleibt aber, dass Unternehmen sehen sollten, dass das Internet immer mehr zu einem „Echtzeitmedium“ wird, dem es Rechnung zu tragen gilt.

Ein Schritt in die richtige Richtung wäre da für viele schon die Einrichtung eines Corporate Blogs. Elemente des Life Streamings könnten für Unternehmen zumindest selektiv aber auch interessant sein, etwa wenn ein Event gezielt vermarktet und „live“ darüber berichtet werden soll. Im Prinzip könnte man dafür ein Blog mit einem Account bei Twitter geschickt verbinden: Das Blog übernimmt dann die Ankündigungen bzw. Vorabberichte, während über Twitter in Echtzeit kurze Meldungen („Updates“) verbreitet werden.

Im B2B-Bereich könnte das etwa für Messen bzw. Kongresse nützlich sein, sofern in der eigenen Zielgruppe schon genügend Personen das Medium Twitter auch mobil nutzen! Immerhin: Die Kosten dafür halten sich in sehr überschaubaren Grenzen, was jeden schwäbischen Mittelständler freuen sollte…

Zum Schluss noch die Einladung, an einer Befragung (online) von Studenten der Ludwig Maximilians Universität München (LMU) teilzunehmen: Es geht um die Wahrnehmung von Corporate Blogs. Auf ihre Ergebnisse bin ich schon gespannt.

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