Blogs als didaktisches Instrument

Ein bemerkenswertes Beispiel für die Einsatzmöglichkeit von Blogs zeigt uns Stefan Hagen (Projektmanagement Blog): Im Rahmen seiner Tätigkeit als Dozent an der Fachhochschule Voralberg (Dornbirn) und der Berufsakademie Ravensburg setzt er Blogs als Begleitmedium zu seinen Vorlesungen ein.

Das Medium Blog kann dabei seine Vielseitigkeit voll zur Geltung bringen: Es kann als „Schwarzes Brett“ verwendet werden, es verlinkt zur (Pflicht-) Lektüre (soweit möglich), es bindet Präsentationen (Slideshare) ein und auch an Podcasts ist gedacht.

Spannend finde ich, dass mit solchen Blogs die bisher ja „geschlossene“ Veranstaltung ein Stück weit in die Öffentlichkeit rückt. Denn ein die Vorlesung begleitendes Blog kann ja im Prinzip von jedem gelesen, kommentiert oder verlinkt werden.

Einen etwas anderen Weg geht man in Darmstadt, wie Thomas Pleil (Hochschule Darmstadt) in seiner Präsentation zeigt. In beiden Fällen gut: Social Software ist nicht Unterrichtsfach sondern wird praktisch genutzt.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das Problem mit dem „geschlossenen“ System stellt sich an der Uni jedes Semester für alle, die in der ersten Veranstaltung gefehlt haben.
    Da wird meist ein Passwort bekanntgegeben, jeweils mit dem Hinweis auf die Urheberrechtsproblematik.
    Solange ein pro-forma Schutz vorhanden ist, kann der Dozent sämtliche Materialen einfach kopieren.

    Mehrere Dozenten wettern jedes Semester gegen das jetzige System, schließlich kontrolliert im Vorlesungssaal auch niemand die Studentenausweise. Eine Durchsicht der Materialien und eine Trennung der freien Inhalte ist nur schlicht zu aufwendig.

    Von daher darf man gespannt sein, wie das bei diesen Angeboten gelöst wird.

  2. @Kai: Warum wird denn ein Unterschied zwischen „freien“ und „unfreien“ Inhalten gemacht? Unfrei wäre in meinen Augen Fachliteratur, die in Büchern oder Zeitschriften publiziert wurde, aber auch digital vorliegt. Wenn man will, dass die Studenten das Buch kaufen, darf man eben die digitale Fassung nicht per Link weitergeben.

  3. Lt. §53 III UrhG können Abbildungen und Zeitschrifenartikel in „Klassensatzstärke“ (erforderliche Anzahl) ohne Einwilligung des Urhebers vervielfältigt werden.

    Deshalb können Dozenten auch aus lizenzpflichtigen Datenbanken und Zeitschriften munter kopieren, wenn es gelingt, den Zugriff auf Vorlesungsteilnehmer zu beschränken.
    In diesem Fall ist bei der Vorbereitung die Frage, ob die Quellen frei sind oder nicht (leider) irrelevant.

    Allerdings sind aktuelle Zahlen und Forschungsergebnisse oft nicht in freien (Primär-)Quellen zu finden.

  4. @Kai: Danke für die Erläuterung. Das ist etwas, das ich aus meinem Studium nicht kenne, weil wir BWLer damals in so großer Zahl unterwegs waren, dass Kopien in „Klassensatzstärke“ jeden Lehrstuhl wohl sofort in den Ruin getrieben hätten…

    Der von Dir zitierte Paragraph scheint mir allerdings nicht wirklich kompatibel mit Blogs oder Wikis zu sein. Denn je offener mit diesen Medien umgegangen wird, desto schwerer dürfte zu kontrollieren sein, ob hier wirklich nur Vorlesungsteilnehmer sich bedienen, oder Dritte (die eine anderweitige Kostenpflicht so vielleicht umgehen wollen).

    Da hilft auf Dauer wohl nur das Prinzip der Wikipedia: Freies Wissen für alle, auch wenn das für Verlage bitter wird und die Wissenschaftler in Situationen bringt, in der die Musiker heute schon sind!