Facebook wirft Scoble raus

Facebook hat sich heute von Robert Scoble verabschiedet und dessen Profil deaktiviert. Nun gehen die Wogen in seinem Blog hoch (Kommentare tonnenweise). Was war passiert? Scoble hat mittels einer ganz neuen Software von Plaxo versucht, die Kontaktdaten seiner 5.000 „Freunde“ von Facebook zu exportieren und diese mit seinem Adressbestand auf Plaxo abzugleichen. Damit verstieß er aber gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook und wurde kurzerhand „deaktiviert“.

Florian Ranner (Grenzpfosten), bei dem ich die Story fand, freut sich schon darauf, wie die Sache jetzt PR-mäßig verarbeitet wird. Ich habe einen „Freund“ weniger auf Facebook und frage mich, ob Scoble abgehängt wurde, bevor oder nachdem er mein Profil abgrasen konnte.

Ein schaler Beigeschmack bleibt meines Erachtens auf beiden Seiten: Facebook sollte sich nicht so zugeknüpft geben und Scoble aber auch nicht einfach so schnell mal 5.000 Mailadressen mitgehen lassen. Vielleicht reicht mir ja der Kontakt auf Facebook und ich will gar keine Mails von ihm?

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wie es in den Kommentaren durchscheint, nutzte die Plaxo-Software OCR um an die Emails zu kommen statt regulär via API. Natürlich selten dämlich.

  2. Das Kommunikationsverhalten von Facebook ist leider kein Alleinstellungsmerkmal. Auch XING hatte im vergangenen Jahr ein Mitglied ohne jegliche hinreichende Prüfung deaktiviert und „rausgeworfen“:

    XING: Keine Unternehmenskommunikation

    Gerade von Social Networks erwarte ich eine andere Art der Kommunikation mit ihren Mitgliedern.

  3. @Christian: OCR (Optical Character Recognition) wird vielleicht deshalb eingesetzt, weil die Mailadressen der User auf Facebook nicht als Text, sondern als eine Art Grafik eingebunden sind. So etwas in der Art habe ich zumindest aus den Kommentaren bei Scoble herausgelesen.

    @Frank: Im Prinzip dürfte uns ja nichts mehr wunder, oder? Einen Robert Scoble hätte ich niemals einfach so deaktiviert, sondern versucht, das Ganze diplomatisch (im persönlichen Gespräch) zu klären. Zumal alle Beteiligten im Silicon Valley beheimatet sind und es keine weiten Wege gibt…

    Mit Xing bin ich persönlich auch nicht so ganz zufrieden, nachdem ich neulich mal eine Anregung an den Kundenservice weitergegeben habe und nur mit der automatischen Standardantwort abgespeist wurde. Aber wenn schon ein Scoble bei Facebook einfach so mal schnell rausfliegt, was kann ich dann von Xing erwarten?

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