Ärzte ohne Grenzen im Web 2.0: Schnelle Hilfe wirkt!

Im Blog von Dr. Brigitte Reiser (Nonprofits-vernetzt.de) wurde ich auf eine neue Website der Ärzte ohne Grenzen aufmerksam, die in Österreich entworfen und online gestellt wurde. Und ich kann ihr nur zustimmen: Die Website ist sehr gut gemacht und zeigt, wie man die Mittel des Web 2.0 sinnvoll einsetzen kann.

Im Zentrum steht eine Google-Map, auf der die Einsatzorte der Ärzte gekennzeichnet und mit einem Link zu weiterführenden Informationen versehen sind. Es gibt Videos, Podcasts, Bilder auf Flickr und sogar einen Twitter-Feed. Auch an das mobile Web ist gedacht. Einzig ein Blog fehlt (obschon die Seite mit der Blogsoftware von Movable Type gemacht wurde). Damit kommt der Dialog etwas kurz, was man aber auf einer Seite, die primär zum Spenden aufruft, akzeptieren kann.

Wollte man das Konzept noch weiter führen, könnten zu den einzelnen Hilfsprojekten Blogs aufgesetzt werden, mit denen die jeweilige Arbeit vor Ort dokumentiert wird (via Text, Podcast oder auch Video). Und um hier aber die Ärzte nicht über Gebühr mit Öffentlichkeitsarbeit in Beschlag zu nehmen, wäre ein Ansatz denkbar, den Martin Koser neulich formuliert hat: Die Ärzte ohne Grenzen müssten dazu ihre gesamte (reguläre) Arbeit über Wikis organisieren. Die Öffentlichkeitsarbeit wird dann auf die Wikistruktur aufgesetzt, so dass auch Teile des Wikis öffentlich einsehbar werden.

Ohne das hier im Detail auszuführen, führt uns das Denken in diese Richtung zu wahrhaft vernetzten Strukturen! Wo heute noch fein säuberlich in Intranet und Internet getrennt wird und die Walled Gardens intensiv gepflegt werden, wird uns die Zukunft vollkommen offene Strukturen präsentieren.

Der Freund und Gönner der Ärzte ohne Grenzen surft dann eben auf deren Spendenseite, sucht sich auf der Map das ihn interessierende Projekt und wechselt über einen Link auf das Projektblog. Von dort geht es weiter in das Wiki der Hilfsorganisation, wo etwa die Konzeption des Projektes dokumentiert und öffentlich einsehbar ist. Von dort führen weitere Links zu externen Quellen etwa der Vereinten Nationen und der Weltbank, wo Informationen zur Landeskunde hinterlegt sind. Diese wiederum könnten mit Google Earth verbunden sein, so dass man sich ein unmittelbares Bild „von oben“ machen kann. Die bei Google Earth hinterlegte Semantik wiederum erkennt die Surfhistorie unseres Spenders und bietet ihm in weiteren Links etwa Filmbeiträge der BBC oder aktuelle Blogartikel in seiner Muttersprache an…

So wie sich diese Hilfsorganisation heute schon im Internet präsentiert, habe ich keinen Zweifel daran, dass man sich dort einem solchen Szenario gegenüber aufgeschlossen zeigen wird. Andere, die diesen Trend nicht erkennen und mitgehen, werden irgendwann buchstäblich im Dunkeln stehen.