Cogisum Intermedia: Semantische Software für das Web 2.0

Ich will hier gar nicht leugnen, dass das Web 2.0 als Thema irgendwann etwas Neuem wird Platz machen müssen. Eine dieser Neuerungen könnte das Semantische Web sein und mit ihm die semantische Software. Aber Social Web und Semantic Web sind keine Widersprüche, sondern können sich sogar sehr gut gegenseitig ergänzen.

Deutlich wird dies beispielsweise an den Software-Produkten der Cogisum Intermedia AG (Dormagen). Diese hat den Umstand aufgegriffen, dass das Internet als Datenraum nicht zuletzt durch den User generated Content immer vielfältiger und unübersichtlicher wird. Praktisch ist es Unternehmen heute nicht mehr möglich, genau zu registrieren, ob und wo gerade über ihre Produkte in Blogs, Wikis oder auch Foren geschrieben und kommentiert wird. Und wer sich selbst engagiert im Web 2.0, sei es mit einer Community oder einem Corporate Blog, steht vor der zeitaufwendigen Aufgabe, die eigentlich ja hoch willkommenen Beiträge der User allesamt einzeln zu sichten, um etwa sexistische oder rassistische Kommentare schnell zu löschen.

Semantische Software kann hier an mehreren Stellen helfen und die manuelle Arbeit auf ein akzeptables Mass reduzieren. Will man etwa (fremde) Blogpostings und Kommentare zum eigenen Unternehmen im Internet finden, kann man dies einer Software übertragen, die ähnlich wie ein RSS-Reader einen vordefinierten Datenraum überwacht. Dank der semantischen Komponente werden nun aber nicht wahllos alle Beiträge angezeigt, die etwa den Firmennamen enthalten, sondern nur solche, in denen auch wirklich auf das Unternehmen näher eingegangen wird.

Nach dem gleichen Prinzip lassen sich auch eingehende Nachrichten automatisch sichten, also etwa die Kommentare des Corporate Blog oder Beiträge auf einer Social Community. Der semantische Filter verwirft, je nach Voreinstellung, was als nicht adäquat vordefiniert wurde und gibt Zweifelsfälle an die manuelle Redaktion weiter. Diese gewinnt dadurch Zeit für die Beantwortung von Postings bzw. die Moderation der Diskussion.

Den Vertretern der „reinen Lehre“ des Web 2.0 mag dies alles nicht ganz geheuer sein. Aber für Unternehmen sicher ein gutes Argument, sich näher auf das „Mitmach-Web“ einzulassen. Den Lesern dieses Blogs sei zum Schluss versichert, dass hier noch alles manuell abläuft und keine semantische Software die Kommentare prüft…

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es gibt beides: Individuell konfigurierte Lösungen (Software + Server), bei denen im Einzelfall die Kosten auch mal über 100.000,- Euro betragen können.

    Daneben gibt es eine Art Abo-Service, bei dem man über einen Login bei Cogisum zu seinen Daten kommt.

  2. Nahezu alle semantische Algorithmen machen den Fehler Informationen mit Informationen zu verknüpfen um Bedeutungskontexte zu ermitteln.

    Informationen werden (bisher fast) ausschließlich von Menschen konsumiert. D.h. Verknüpfung von Identitäten/Menschen mit Faktenwissen/Information ist gefordert.
    Motto: „Wenn ich nicht weiß, für wen die Information bestimmt ist, kann ich auch keinen Kontext ermitteln“

    Freebase ist da schon in die richtige Richtung unterwegs.