Wir glauben (auch) an ShopWindoz und…

Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Und deshalb haben die Macher von ShopWindoz, einer neuen Shopping-Site, ein sog. Manifest in ihre Website integriert, das auch den links im Bild stehenden Satz enthält. Das Konzept: Mikro-Brands und deren Produkte erhalten auf ShopWindoz eine kostenlose Plattform zur (besseren) Vermarktung ihrer Angebote.

Eigentlich eine sehr gute Idee. ShopWindoz sorgt für den Traffic und die partizipierenden Designer und Kreativen können ihre Umsätze über den integrierten Shop machen. Als Konsument hat man es auch einfacher, da man die diversen kleinen Labels nicht erst mühsam im Web suchen muss, sondern sie an einem Ort finden kann.

Jochen Krisch ist nicht ganz so begeistert und übt Kritik an der Shop-Lösung. Dazu kann er gleich noch eine ganze Reihe anderer neuer Shop-Plattformen auflisten, so dass sich mir die Frage stellt, woher auf Dauer der Traffic für ShopWindoz kommen soll. Allein die Optimierung für Suchmaschinen wird da nicht reichen. Also müssen es wohl doch der Glaube und das Manifest richten?

So schlimm muss es nicht kommen. Auf der Plattform selbst wird angekündigt, dass „Marketing und PR zusätzlich in Planung“ sind. Hier schon mal ein paar Vorschläge von mir:

  1. Kommentare und Bewertungen müssen ohne Login möglich sein. Wer in Berlin ins KaDeWe will, muss dort auch nicht erst einen Meldeschein ausfüllen, sondern geht einfach rein.
  2. Bewertungen oder Verkaufslisten (Hitlisten) auf anderen Seiten platzieren, etwa auf Rancaholics. Im Gegenzug von dort auch einen Banner integrieren, um sich gegenseitig Traffic weiter zu reichen (kostenlose Werbung im Tausch).
  3. Wöchentliche Produktverlosungen um die Zahl der registrierten User zu erhöhen. Dabei sind Sonderpreise denkbar für User, die besonders häufig kaufen und / oder kommentieren.
  4. Ein Empfehlungssystem aufbauen. Wer ShopWindoz weiterempfiehlt und dadurch Käufe „vermittelt“, sollte dafür auch belohnt werden.
  5. Die Schwaben nicht vergessen: Ein Linktausch mit edelight wäre gut.
  6. Einen News-Feed einbauen: Ideal wären Neuigkeiten aus der Berliner Design- und Mode-Szene, so dass auch Besucher auf die Seite kommen, die nicht primär „shoppen“ wollen.
  7. Das Blog intensiv pflegen und aufbauen. Dazu die Platzierung des Links zum Blog durchaus noch prominenter wählen und bloß nicht den Brüdern von edelight folgen: Die haben den Link zu ihrem Blog so gut auf der Startseite versteckt, dass man ihn kaum findet.
  8. Eine Art „Trigami“, aber ohne Geld: Wenn laufend neue Shops auf ShopWindoz eröffnet werden, ergeben sich auch reichlich Gelegenheiten für andere Blogs, darüber zu berichten. Dafür könnten sich interessierte Blogger in eine Liste eintragen. Sie erhalten dann Vorab-Informationen, so dass sie als jeweils Erste berichten können. Eine gegenseitige Verlinkung gehört natürlich dazu ebenso wie eine Vorab-Prüfung der Blogs, so dass nicht Minderjährige Blogger über nicht jugendfreie Artikel (oder Alkohol) schreiben sollten.

Ideen und Möglichkeiten gibt es also genug. Die „zur Zeit angesagteste New Economy 2.0 Bude“, tsoosay Labs (Berlin), kann uns jetzt zeigen, dass sie nicht nur schöne Websites programmieren, sondern auch Leben auf ShopWindoz bringen kann.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ansatz 2 ist schon mal eine sehr gute Idee 😀

    Das trifft allerdings auf alle angeführten Ansätze zu – und vieles gilt nicht nur für shopwindoz. 😉

  2. „Kommentare und Bewertungen müssen ohne Login möglich sein. Wer in Berlin ins KaDeWe will, muss dort auch nicht erst einen Meldeschein ausfüllen, sondern geht einfach rein.“

    Ich finde diesen Vergleich nicht ganz zutreffend. Wer z.B. ins Kaufhaus geht, sich in eine Abteilung stellt und lauthals poebelt, kann immerhin Hausverbot bekommen, weil er/sie physisch greifbar ist.
    Ich habe zwar vorgeschlagen, jeden Shopinhaber entscheiden zu lassen, ob Kommentare gepostet werden sollen oder nicht, aber auch das ist problematisch. Sollen Kommentare gepostet werden, sollten sie wenigstens vorher zum Review vorgelegt werden koennen, damit Poebeleien, Konkurrenzneid und Irrelevantes ausgefiltert werden koennen. Jedes real-world Geschaeft weiss, dass Kundschaft vom Hundehaufen direkt vor der Tuer abgehalten wird einzutreten , Blumen aber zum Verweilen einladen.

  3. Liebe Mademoiselle „a“: Sie haben vollkommen recht. Wer im Kaufhaus herumpöbelt fliegt raus und bekommt vielleicht sogar Hausverbot.

    In einem virtuellen Kaufhaus ist das etwas schwieriger. Aber es sind nun mal die Kommentare der Seitenbesucher, die zeigen, dass „Leben in der Bude“ ist und daher bin ich der Meinung, dass man das Kommentieren so leicht wie möglich machen sollte.

    Natürlich muss dann auch sehr zeitnah moderiert werden (vermutlich durch die Agentur). Eine Überlegung wäre natürlich auch der Einsatz einer semantischen Software für das (automatisierte) Screening. Ich will hier aber keine konkrete Werbung machen und denke zudem, dass das nicht ganz billig wäre… 😉