Internet für alle und überall: Fon und Meraki wollen die Welt verändern

Fon kennen wir ja schon. Aber Meraki dürfte hierzulande noch ziemlich unbekannt sein. Denn sucht man mittels einer Blog-Suchmaschine wie „blogato“ nach beiden Begriffen, so ergeben sich immerhin 216 Treffer für die Erwähnung von Fon (in deutschen Blogs) gegenüber null für Meraki. Grund genug also für einen Vergleich und damit auch den ersten deutschen Meraki-Blogartikel.

Martin Varsavsky, der Gründer von Fon, möchte erreichen, dass wir alle überall auf der Welt kostenlos Zugang zum Internet haben. Dazu muss man nur seinen eigenen DSL-Anschluss zuhause in einen WiFi-Port von Fon verwandeln, so dass alle „Foneros“ ihn nutzen können. Im Gegenzug darf man dann unterwegs kostenlos auf die WiFi Community von Fon zurückgreifen.

Der „Preis“ für die Mitgliedschaft in diesem System entspricht also den (laufenden) Kosten des eigenen DSL-Anschlusses plus der Fon-Hardware für die WiFi-Ausrüstung. Wer aber nur von zuhause aus ins Internet möchte, hat mit Fon keine Vorteile.

Das ist bei Meraki anders. Denn hier wird ein sog. Ad-hoc-Netzwerk (Mesh Netzwerk) aufgebaut, bei dem nicht jeder Teilnehmer einen eigenen Internetanschluss benötigt. Wohl aber einen der Router, die das kalifornische Startup anbietet und deren Preise sich nicht wesentlich von denen der Fon-Hardware unterscheiden.

Diese Router „finden“ sich gegenseitig selbst und bauen automatisch ein Netzwerk auf. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Router daran angeschlossen sind. Auf diese Weise kann über einen einzigen Internetanschluss ein relativ großflächiges Gebiet versorgt werden. Die Frage ist nur, wie viel Bandbreite dem Einzelnen tatsächlich zur Verfügung steht, wenn einmal mehrere User gleichzeitig in einem dieser Netze drin sind.

Das kleine Bild oben links zeigt Meraki’s Netzwerk in San Francisco, eine genaue Karte gibt es hier. Der Anreiz, bei diesem System mitzumachen, dürfte ungleich höher sein als bei Fon. Denn nicht nur, dass man sich im Idealfall überall einklinken kann, sondern auch die Aussicht auf einen günstigen oder sogar kostenlosen Zugang zuhause, spricht für Meraki.

Allerdings sollte niemand glauben, dass hier das Perpetuum Mobile erfunden wurde. Denn wird der Gedanke von Meraki konsequent zu Ende gedacht, bedeutet dies, dass die Nutzung des Internets gleich bleibt (oder zunimmt) und nur die Zahl der Einwahlknoten drastisch sinkt. Finanziert sich aber das Netz über diese Zugänge, kann dies nur bedeuten, dass diese deutlich teurer werden (müssen).

Aber vielleicht gibt es einfach nur mehr Wettbewerb und die großen Netzanbieter (Telcos) werden gezwungen, ihre Preis- und Produktpolitik zu überdenken. Damit hier sowohl Fon als auch Meraki die Luft nicht so schnell ausgeht, hat sich Google vorsorglich an beiden Unternehmen beteiligt. Honi soit, qui mal y pense…

Anmerkung Mai 2017: Der Dienst blogato ist inzwischen nicht mehr erreichbar.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Heiß, heiß, was sich da so in Sachen Internet tut. Es rockt einfach das WWW und n den nächsten Jahren werden sich sicher noch spannende Sachen tun, vor allem wenn Google mal nicht überall seine FInger im Spiel hätte…