Was haben Bücher und Autos gemeinsam?

Beiden Gattungen stellt sich die Frage nach der Zukunft: Das gedruckte Buch sieht sich der Konkurrenz durch elektronische Medien gegenüber, während das Auto zunehmend als Umweltproblem gesehen wird. Die spannende Frage dabei ist, wie schnell der Markt reagiert. Martin Koser machte mich auf die E-Commerce Times aufmerksam, die aktuell über die Zukunft von gedruckten und elektronischen Büchern schreibt. Der Tenor des Artikels: Das eBook kommt, nur wann genau der Markt dafür so richtig loslegt, kann noch niemand sagen.

Nun zu den Autos. Die FAZ berichtet in ihrer Samstagsausgabe (27.10., leider nur in der Printversion) unter der Überschrift „Junge Japaner wollen kein Auto“ über die aktuellen Markttrends in Japan. Demnach sinkt dort seit 2005 die Zahl der verkauften Neuwagen jährlich. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass junge Japaner Autos nicht mehr als Statussymbole sehen und zunehmend von einem Kauf Abstand nehmen würden. Dass dies eine ernst zu nehmende Entwicklung sei, würde durch die Tatsache untermauert, dass junge Japaner vermehrt auch darauf verzichteten, einen Führerschein zu erwerben.

Diese Entwicklung finde ich bemerkenswert. Die Automobilhersteller haben damit zwar noch keinen langfristig klaren Trend, aber doch schon etwas mehr als ein schwaches Signal. Den Buchverlagen fehlt noch dieses schwache Signal von Seiten der Nachfrage (in Richtung eBook). So weisen diese zumindest in Deutschland aktuell eigentlich in die „falsche“ Richtung: Das gedruckte Buch erfreut eines Zuspruchs wie lange nicht.

Die gute Konjunktur auf dem Buchmarkt sei Verlagen und Buchhändlern gegönnt. Vielleicht nutzen sie diese ja, um sich für das digitale Geschäft der Zukunft fit zu machen…