EasyBrowse: Semantische Software

Auf der Frankfurter Buchmesse kam ich nicht schlecht ins Staunen, als mir am Stand von EasyBrowse eine Software vorgeführt wurde, die nach den Prinzipien der Semantik arbeitet. Im Kern geht es dabei um eine Suchfunktion, mit deren Hilfe Textsammlungen bzw. große Datenbestände wesentlich treffgenauer nach relevanten Stellen bzw. einzelnen Dateien durchsucht werden können, als dies etwa Google zu leisten im Stande ist.

Der qualitative Unterschied kommt dadurch zustande, dass EasyBrowse den relevanten Datenbestand vorab genau scannt und kategorisiert. Anders aber als das hier neulich vorgestellte Produkt iSense, bei dem die Kategorien nach linguistischen Prinzipien gebildet werden, arbeitet EasyBrowse mit statistischen Methoden. Das Verfahren stellt auf die inhaltliche Nähe einzelner Wörter zueinander ab, was dann in mathematischen Werten ausgedrückt wird. Am Ende zeigen jene Wörter, die zueinander besonders nahe stehen, den Inhalt des Textes an.

Das System macht beispielsweise Sinn für Verlage, die ihren Kunden auf der Website eine Suchfunktion anbieten wollen, mit der zuverlässig alle lieferbaren Bücher angezeigt werden, in denen ein bestimmter Fachbegriff behandelt wird. Aber auch Unternehmen, die intern sehr große Wissensbestände verwalten, können mit EasyBrowse Vorteile erzielen. Denn diese Software weiß eben zu unterscheiden, ob der gesuchte Begriff in einem Text nur einmal (zufällig) vorkommt, oder ob der jeweilige Text genau davon handelt.

Wer jetzt hofft, dass uns diese Software bald schon als Suchmaschine im Web zur Verfügung steht, muss leider enttäuscht werden: Während die Stärke von Google gerade darin liegt, möglichst alle Seiten des Internets überhaupt zu erfassen und für die Suche zu katalogisieren (und so mit einer offenen Datenbasis arbeitet), entfaltet EasyBrowse seine Stärke mehr in geschlossenen Datenbeständen, die sehr genau (also Wort für Wort) aufbereitet werden.

Das gleichnamige Unternehmen hat seinen Sitz in Schwerin und wurde 1994 gegründet. Über 30 namhafte Verlage und Institutionen bilden heute seinen Kundenstamm. Einziger Schönheitsfehler: So innovativ die Software sein mag, die Website von Easybrowse ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit…