Frieden für Burma: Auch in Corporate Blogs?

Seit letzter Woche hat sich das Thema „Burma“ weltweit in der Blogosphäre verbreitet mit dem Ziel, ein symbolisches Zeichen zu setzen. In Deutschland hat sich insbesondere Robert Basic des Themas angenommen und weitere Aktivitäten über sein Blog koordiniert. Daneben bietet Rivva einen guten Überblick über die Entwicklung der Debatte.

Vor diesem Hintergrund stellt natürlich nicht nur privaten Blogs die Frage, ob sie an einer solchen politischen Aktion teilnehmen oder diese ignorieren wollen. Unternehmen sind normalerweise sehr zurückhaltend in politischen Fragen. Sofern sie jedoch ein Corporate Blog führen, sind sie auch Teil der Blogosphäre und sollten daher Fragen der Solidarität nicht vorschnell vom Tisch fegen.

In meinen Augen müssen auch Unternehmen bis zu einem gewissen Grad politisch Farbe bekennen und sich in der Folge an Aktionen wie dieser beteiligen. Denn hier geht es um nichts weniger als um Menschenrechte, Freiheit und Demokratie. Und in einer globalisierten Welt kann ich (auch als Unternehmer) nicht zuhause ganz natürlich den demokratischen Rechtsstaat befürworten, bei meinen weltweiten Geschäften jedoch den Profit über jede moralische Überlegung stellen. Das Messen mit zweierlei Maß ist keine Lösung.

Wohin das nämlich führen kann, führt uns hierzulande der Fall Siemens deutlich vor Augen. Auf der politischen Bühne geht es aber noch um sehr viel mehr als den inneren Frieden Burmas. So tätigt Deutschland vermutlich nur wenig Geschäfte mit diesem Land, dafür aber umso mehr mit vielen anderen Staaten, in denen es um die Menschenrechte ebenfalls nicht besonders gut steht: Öl und Gas beziehen wir etwa aus Russland und der arabischen Welt. Wie steht es dort mit der Demokratie, der Meinungsfreiheit oder etwa der freien Wahl der Religionszugehörigkeit?

Pakistan dürfte aufgrund seiner Größe auch ein interessanter Handelspartner sein, gilt leider aber auch als Rückzugsort für den islamischen Terrorismus. So lassen sich etwa die jüngst hierzulande verhinderten Anschläge teilweise oder ganz auf Drahtzieher zurück verfolgen, die von dort aus operieren.

Gewiss sollen und dürfen Unternehmen keine Politik betreiben. Aber sie wir sollten weltweit klar machen, welche Wertebasis und welche Grundüberzeugungen unser wirtschaftliches Handeln leiten. Das sind wir den Menschen schuldig. Weltweit.