Anne Will: Gutes Blog zur schwachen Sendung?

Zur neuen Sendung von Anne Will gibt es auch ein Blog. Das ist eigentlich nichts Neues, wurde doch in der Blogosphäre darüber schon gemault geschrieben, weil Anne Will anfangs nicht persönlich bloggte sondern dies Mitarbeitern aus der Redaktion überließ.

Diese Kritik hat sich hiermit wohl erledigt und auch über die eine oder andere inhaltliche Holprigkeit zum Blogstart kann man hinwegsehen. Bemerkenswert sind nämlich die vielen Kommentare die zeigen, dass das Blog wahrgenommen und intensiv dazu genutzt wird, Kritik zu üben, Lob anzubringen oder Verbesserungsvorschläge zu machen.

Aber nützen die vielen Kommentare? Hat das Blog Einfluss auf die Gestaltung der Sendung? Ich würde sagen: Ja und Nein. Ja hinsichtlich inhaltlicher Punkte, Nein was das grundsätzliche Konzept der Sendung betrifft. Immerhin scheint die Redaktion von Anne Will das Blog intensiv wahrzunehmen und auch versuchsweise auszuloten, welche Ideen aus den Kommentaren in der Sendung berücksichtigt werden können. Für ein Blog ist das schon viel.

Leider kann aber auch ein Blog nichts daran ändern, dass sich auch in der zweiten Sendung Anne Will streckenweise nicht gegen die rhetorisch versierten Politiker durchsetzen konnte. Teilweise verlor sie fast ganz die Kontrolle über die Diskussion. Doch genug davon.

Aller Kritik zum Trotz entwickelt sich nämlich hier aus der Perspektive des Web 2.0 ein positives Beispiel der Interaktion zwischen Produkt (= Sendung) und einem Blog. Unternehmen (auch die mittelständischen) sollten sich daran ein Beispiel nehmen und endlich auch über ein Corporate Blog mit der Öffentlichkeit und ihren Kunden in Dialog treten. Denn das Weitermachen wie bisher und Ignorieren der neuen Möglichkeiten im Web ist nichts Anderes als „Feigheit vor dem Kunden“, wie es Olaf Kolbrück absolut treffend schreibt.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ich muss gestehen, dass ich von der Sendung selbst nur Teile sehen konnte, aber natürlich habe ich auch die „Beschwerden“ aus der Blogosphere mitverfolgt. Schön, das Anne Will jetzt auch selbst bloggt. Das zeigt vielleicht auch gut, dass Blogs, Podcasts usw. „Chefsache“ sind um authentisch zu sein und nicht z.B. einem Praktikanten übertragen werden sollten. Ich kann nur zustimmen: das Blog zur Sendung ist ein gutes Beispiel zum Thema Interaktion – allerdings bei weitem nicht das erste. Ich erinnere mich da schon an einige hitzige Debatten im Forum von Sendungen wie „Hart aber Fair“ (Frank Plasberg) die dann auch direkt die Sendung bereichert haben oder denke an gelungene Konzepte wie der Fightclub auf polylog.tv. Aber selbst viel früher davor hat man ja im IRC, in Foren oder ähnlichen Medien diskutiert, nur dass Verantwortliche kaum Chancen haben, diese Art des Feedbacks zu nutzen. Wie aufgezeigt, lassen sich viele Firmen auch heute leider noch dieses Feedback entgehen, wenn Sie keine Blogs/Foren anbieten. Gesprochen wird im Internet über Sendungen/Produkte/Dienstleistungen usw. sowieso – Ignorieren ist da wohl leider die schlechteste aber immer noch eine weit verbreitete „Lösung“.