Social Networks im heiteren Wettbewerb: Xing, StudiVZ und Facebook

„MySpace hat die meisten Nutzer in Deutschland“ schreibt Norman in seinem Blog und bezieht sich dabei auf eine neue Studie von comScore. Tatsächlich folgt Xing erst sieben Plätze weiter unten im Ranking und Facebook taucht unter den Top 10 gar nicht auf. Gemessen wurde, wie stark in Deutschland Social Networks genutzt werden und welche Angebote dabei vorn liegen.

Nachdem schon bei den privat orientierten Communities das amerikanische MySpace in Deutschland unangefochten den Ton angibt, kann man sich die Frage stellen, wann Facebook an Xing vorbeiziehen und zum führenden Business Network aufsteigen wird. Wirklich weit liegen die Beiden nicht auseinander: Laut comScore verzeichnete Xing im Juli 2007 685.000 unique visits während Facebook auf 177.000 kam (also schon fast ein Drittel!).

Aber konkurriert Facebook eigentlich mit Xing? Oder nicht doch eher mit StudiVZ? Vielleicht auch mit beiden?

Fragen über Fragen. Dass Facebook in Deutschland Zukunft hat zeigen jedenfalls die Zahlen schon sehr deutlich. Damit dürfte man nämlich bereits so manches jüngere europäische Startup locker abgehängt haben, etwa myCorner.

Und auf Dauer wird Facebook sich leichter tun als Xing oder StudiVZ, einfach weil die Relation der Betriebskosten zur Zahl der angemeldeten User eine ganz Andere ist (Effekt der Fixkostendegression). So dürfte Facebook derzeit etwa 10mal so viele User haben wie StudiVZ und zudem das deutlich höhere Wachstumstempo.

Drei Schlussfolgerungen daraus:

  1. Für Existenzgründer im Bereich der Social Networks bedeutet dies: Möglichst eine Nische besetzen, die durch einen Wettbewerber (aus den USA) nur schwer oder gar nicht zu erreichen ist.
  2. Bei den hier diskutierten Wettbewerbern dürfte sich zeigen: Größe setzt sich durch, relativ kleine Marktteilnehmer haben auf Dauer ein Problem.
  3. Social Networks generell sind ein schnelllebiges und volatiles Geschäft: Bedingt durch das hohe Innovationstempo können auch MySpace und Facebook in 5 bis 6 Jahren schon von der nächsten Generation an Software für das Internet (Semantic Web?) angegriffen bzw. abgelöst werden.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Xing ist Konkurrent zu Facebook. StudiVZ will Konkurrenz zu Facebook sein. So oder so ähnlich.
    Wichtiger: Es schimmert ja wirklich fast so am Horizont, dass die großen Netzwerke hier den Massenmarkt aufrollen.

  2. Ja, so scheint es. Das wäre schade für deutsche Firmen, denen ich (aller betriebswirtschaftlicher Logik zum Trotz) eigentlich den Erfolg gönnen würde.

  3. „Größe setzt sich durch.“ Ja und Nein.

    Auf der einen Seite wird es die großen Netzwerke geben wie z.B. Facebook, wo man dabei ist, weil alle dabei sind. Aber wenn ich mir z.B, anschaue, wie ich auf Xing mit Mails oder Einladungen zugeschüttet werde, dann könnte das auch unter Umständen dazu führen, dass die Mitglieder sich irgendwann einmal genervt abwenden.

    Ich glaube, dass sich auch durchaus kleine Netzwerke durchsetzen können. Voraussetzung ist, dass ihre Mitglieder ein gemeinsames unstrittiges Ziel haben. Also ein Netzwerk für die gemeinsame Entwicklung von Projekten. Das heißt: erst gibt es ein gemeinsames Ziel und dann nutzt man das Netzwerk, um dieses Ziel zu erreichen.

    Ein Zwischending könnten die geschlossenen Gruppen sein, die Facebook anbietet. Da habe ich dann beides in einem…