Die unerträgliche Leichtigkeit des Bloggens

Marnem fragt, ob es eine Herbststimmung in der Blogosphäre gibt und Don Alphonso gebraucht sogar das Wort Endzeitstimmung. Starke Worte für das wohl eher diffuse Empfinden, mit den Blogs ginge es nicht so recht weiter und die Unlust würde um sich greifen.

Vielleicht haben wir derzeit so etwas wie eine Art Marktsättigung: Die Zahl der Blogs wächst im Verhältnis schneller als die Leserschaft. Denn jedes Blog (= Angebot) hätte gerne viele Leser (=Nachfrage). Nimmt nun also die Zahl der Blogs kontinuierlich zu, müsste die Leserschaft überproportional wachsen, um in der Blogosphäre insgesamt im Schnitt das Verhältnis von Bloggern zu Lesern stabil zu halten (oder gar zugunsten der Blogger zu verbessern).

In der Folge fehlen dem Einen die Leser und dem Anderen die Werbeeinnahmen, was im Grunde dasselbe ist. Marnem’s Argumentation ist etwas anders aufgebaut, läuft aber auch auf den (relativen) Informationsüberschuss hinaus, den viele Anbieter angesichts einer nur begrenzt aufnahmefähigen Nachfrage produzieren.

Machen wir uns nichts vor: Die Herbstdepression zu überstehen und darauf zu hoffen, dass mit dem nächsten Frühling auch den Blogs eine neue Leserschaft aufblühen wird, ist ein Trugschluss. Das Informationsangebot im Internet generell nimmt immer weiter zu und Blogs sind da nur ein (kleiner) Teil eines großen Ganzen.

Das Positive am Web 2.0 in meinen Augen ist: Gute (Blog-) Inhalte finden immer ihren Weg zum Publikum und verfehlen so ihre Wirkung nicht. Das allein lohnt, mitzumachen.

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