Umbrüche in der Medienlandschaft: Jan Tißler’s Blick von der anderen Seite

Dass das Internet die Medienlandschaft umwälzt, ist kein Geheimnis mehr. Offen ist nur, was am Ende der Entwicklung dabei herauskommt. Jan Tißler (Upload-Magazin) hat dazu aus seiner Sicht einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben.

Ausgehend von Apple’s iPhone beschreibt er zunächst die Tatsache, dass das Internet allmählich „mobil“ wird und Geräte wie das iPhone dazu ein wesentlicher Treiber sind. Dieser Umstand, so Jan, arbeite den Bloggern und Podcastern zu, da diese mit den neuen Medien sehr gut umzugehen wüssten und daher auch Angebote für mobile Leser (oder Hörer) schneller und flexibler als die großen Medienhäuser auf die Beine stellen könnten.

Sein Fazit: „Blogger und Podcaster bewegen sich im Internet wie in ihrem Zuhause…und damit können Privatleute und Semi-Professionelle ihren Platz (auch in fünf oder zehn Jahren) in der Medienlandschaft behalten“.

Jan dürfte damit richtig liegen, zeigt seine Argumentation doch genau den wunden Punkt der traditionellen Medien und deren Vertreter: Ihnen fehlt der persönliche Umgang und die Erfahrung mit dem Medium Internet. Aus etwas anderer Perspektive schlägt Robert Basic in genau dieselbe Kerbe: Vom Treffen mit der Wissenschaftselite im Karlsruher ZKM zurückgekehrt, vermisst er „Erklärungsimpulse und Denkanstösse“ in Sachen Internet und führt dies auf einen hohen „Denkbalast“ zurück, der den Blick für Neues, das aus ungewohnter Richtung kommt, verstellt.

Diese Linie lässt sich ohne Umschweife bis in die Industrie fortsetzen. Denn auch dort haben die führenden Manager und Geschäftsführer meist keinen persönlichen Bezug zum Internet. Allein die Industrie hat etwas, das der Medienlandschaft fehlt: Sie stellt (reale) Produkte her, die sich nicht durch das Internet ersetzen lassen. Bei Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Filmen, Radio- und Fernsehsendungen aber ist das anders.

Und deshalb setze ich hier noch Einen drauf: Diejenigen Medienhäuser, die den Umgang mit dem Internet nicht erlernen und auf Dauer ebenso gut beherrschen wie Jan’s Blogger und Podcaster, haben auf Sicht von 10 Jahren keine Überlebenschance. Denn das Internet ist schon auf dem besten Weg zum Leitmedium, dem sich alles andere nach- und unterordnen wird. Und in diesem Leitmedium muss man sich dann bewegen (können) wie in seinem Zuhause.