Blogs aus dem Ländle: Auto, Motor und Sport

Die Verlagsgruppe Motor Presse Stuttgart gibt unter (vielem) anderem die Zeitschrift Auto, Motor und Sport heraus, die alle vierzehn Tage erscheint und natürlich auch eine Präsenz im Internet hat. Und im Rahmen dieses sehr umfangreichen Internetauftritts hat die „ams“ auch einige Blogs eingeführt. Aber sind das wirklich „richtige“ Blogs? Und machen sie in diesem Umfeld Sinn?

Was ein „richtiges“ Blog ist, mag eine Definitionssache sein. Tatsächlich weisen die 6 Blogs der Auto, Motor und Sport zumindest einige Charakteristika auf, die ihnen das Attribut „Blog“ schon zubilligen. Ein lockerer und persönlicher Schreibstil, die Möglichkeit Kommentare zu verfassen (Login erforderlich) sowie die RSS-Funktion weisen deutlich in Richtung Web 2.0.

Negativ anzumerken wäre, dass Verlinkungen (insbesondere in die Blogosphäre) weitgehend fehlen, ebenso wie eine Blogroll. Hier hat man wohl noch die Angst, mehr Leser zu verlieren als durch den Link-Trafic hinzu zu gewinnen. Dass das auch anders geht, zeigen die Kollegen vom Handelsblatt: Thomas Knüwer etwa oder Mario Sixtus bloggen einerseits für die Zeitung, sind andererseits aber mit großem Erfolg in die deutschsprachige Blogwelt integriert.

Ohne diese konsequente Einbindung in die Blogosphäre (und die Identifikation mit derselben) müsste man Blogs, wie sie die Auto, Motor und Sport und zahlreiche andere Medien derzeit führen, eigentlich die Zugehörigkeit zur Gattung absprechen. Eher sind sie als ein neues Textformat zu sehen, dass sich neben der klassischen Reportage und dem Kommentar zu etablieren beginnt.

Medien wie die Auto, Motor und Sport sollten sich aber in meinen Augen nicht lange mit (akademischen) Grundsatzdebatten aufhalten, sondern ihr Online-Angebot konsequent auf das Web 2.0 ausrichten:

  1. Leser-Kommentare überall zulassen (egal ob Fachartikel, Kommentar oder Blogbeitrag) und zwar ohne Login.
  2. Ebenso RSS-Feeds auf das gesamte Angebot ausdehnen.
  3. Verlinkungen in den Texten einführen (auf eigene Beiträge und externe Quellen).
  4. Das Angebot an Videos und Podcasts weiter ausbauen.

Parallel dazu sollte man ein eigenständiges (Corporate-) Blog „in freier Wildbahn“ aufsetzen, um in der Blogosphäre Leser zu gewinnen und zusätzlichen Trafic auf die redaktionellen Seiten zu lenken. Inhaltlich könnte in ein solches Corporate Blog ein Teil der Artikel wandern, die heute schon in den „internen“ Blogs der ams publiziert werden. Dazu sollte eine Art „Blick hinter die Kulissen“ eingebracht werden, wie es das Blog der Tagesschau sehr gut macht.

Flagschiff-Medien wie die Auto, Motor und Sport dürfen also ruhig ein richtiges Corporate Blog führen und zudem ihr redaktionelles Internetangebot konsequent auf das Web 2.0 ausrichten. Ein ganz anderes (aber ebenso spannendes) Thema wäre dann die Frage, wann der vollständige redaktionelle Inhalt ins Web wandert und welche Bezahlmodelle hierfür eingeführt werden…

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Bislang was das Publizieren im Internet denjenigen vorbehalten, die über Programmierkenntnisse verfügen. Sei es als Privatperson oder als Unternehmen.
    Mit dem Angebot einfacher „Blog“-Lösungen sollte sich das ändern. Plötzlich war das Veröffentlichen eigener Online-Inhalte nicht schwerer, als über einen „Free-Mailer“ eine E-Mail zu verschicken.