Brot und Spiele: Reale und virtuelle Welten wachsen zusammen

Einen interessanten Gedanken äußerte neulich Irving Wladawsky-Berger in seinem Blog: Ausgehend von der Feststellung, dass wir Menschen von Natur aus in zwei Welten leben, der realen einerseits, die uns umgibt und der Fantasie anderseits, in unseren Köpfen, sieht er diesen Dualismus immer deutlicher auch in unserer vernetzten Computerwelt entstehen und gleichzeitig zusammenwachsen.

Tatsächlich können wir Teile des Internets als eine „reale“ Ebene sehen, in der wir Informationen suchen, Buchungen vornehmen, einkaufen oder uns weiterbilden. Parallel dazu hat sich eine „Fantasie-Ebene“ entwickelt, am deutlichsten repräsentiert von Spielen wie World of Warcraft.

Second Life wiederum gehört als virtuelle Welt sowohl der „realen“ Ebene als auch der Fantasie an, je nachdem was die Avatare dort gerade tun (beispielsweise einkaufen). Und vielleicht macht gerade dieser Umstand, dass SL eben in beiden Bereichen zuhause ist, vielen Menschen beim Verständnis und der Akzeptanz zu schaffen. Interessantes dazu aktuell bei Markus Breuer.

Mit Blick auf den Mittelstand, der ja größtenteils von virtuellen Welten noch weit entfernt ist, scheint mir die gedankliche Trennung in Realität und Fantasie bei der Betrachtung des Internets (aus didaktischen Gründen) sehr hilfreich. Dieses unterstützt eben nicht nur Vorgänge aus unserem realen Leben, sondern bietet natürlich auch immer mehr Projektionsflächen für unsere Fantasie. Und ganz wie bei uns Menschen, liegen beide Ebenen sehr dicht beieinander.

Deshalb gilt es hier die Unterscheidung zu treffen und nicht etwa, ob wir uns auf herkömmlichen Websites (2D) bewegen oder in Second Life (3D).