Rankaholics: Eine neue Social Community

Noch weitgehend unbemerkt von der Blogoshäre hat sich seit Ende April eine neue Social Community im (deutschen) Netz eingerichtet: Nur Martin Oetting, der Blogbote und Martin Kunzelnick berichteten bislang (kurz) über Rankaholics. Dort geht es nur um Rankings und Ranglisten aller Art, egal ob die größten Bauprojekte der Welt oder der beste Bioladen in Berlin. Im Bereich „Business“ erfährt man etwa, welches die größten deutschen Familienunternehmen sind oder was die häufigsten Wirtschaftsdelikte.

Und Rankaholics begnügt sich nicht mit dem Zusammenstellen solcher Rankings, sondern lässt die Web-Community, ganz im Sinne des Web 2.0, auf Wunsch auch daran teilnehmen. So kann man ein eigenes Profil erstellen und dann nach Lust und Laune abstimmen, kommentieren oder eigene Lieblingslisten schreiben.

So weit so gut, aber ist das ein Thema für bwl zwei null? Ich meine schon. Was auf den ersten Blick wie ein harmloser Zeitvertreib für Teenies aussieht, ist bei näherer Betrachtung eine wahre Fundgrube für Werturteile über Unternehmen. In beinahe jeder Kategorie tauchen sie (direkt oder indirekt) auf und ich kann wunderbar sehen, welchen Ruf etwa Vodafone gerade hat, oder welche Reiseveranstalter en vogue sind.

Rankaholics fördert damit (auf unterhaltsame Art) die Transparenz im Internet. Der von mir geschätzte Mittelstand sollte sich das einmal ansehen und sich dazu Gedanken machen. Wird diese Community ein Erfolg, sehen wir dort bald, welches die beste Eisdiele in Ulm oder der günstigste Bootsverleih in Überlingen ist. Auswirkungen auf den Umsatz der besprochenen Unternehmen sind dabei nicht auszuschließen.

Eine besondere Eigenschaft von Rankaholics, im Gegensatz zu anderen Web 2.0 Anwendungen, bei denen ebenfalls bewertet, abgestimmt oder etwas vorgeschlagen werden kann, ist die Tatsache, dass der Großteil der Rankinglisten aus anderen Medien (sprich: seriösen Quellen) übernommen wird. Dadurch kommt ein etwas anderer Ton in die Musik und es wird interessant zu beobachten sein, wie sich dieses Angebot im Vergleich zu anderen Plattformen im Zeitablauf bewährt.

Um der Sache zusätzlichen Schub zu verleihen, könnte Rankaholics seine Website auch Handy-tauglich machen. In Kombination mit der schon vorhandenen Suchfunktion kann man dann von unterwegs aus schnell mal das schönste Museum der Stadt oder den besten Metzger suchen. Mit ein bisschen Geo-Tagging und Google-Maps sollten sich die Ziele dann auch (in fremder Umgebung) leicht finden lassen.

Ich jedenfalls finde Rankaholics gut und werde mir die Adresse für eigene Recherchen notieren. Dazu wünsche ich mir, dass es noch ein bisschen farbiger (fröhlicher) wird und Schnittstellen zu passenden Anwendungen (Abbildungen auf Flickr, Lokalisierungen auf Google-Maps) eingebaut werden. Oder vielleicht sollte ich sogar ein Profil anlegen, fleissig abstimmen und auf diese Weise Kontakte knüpfen und neue Freunde finden?

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Léonard aus Frankreich fragt also an, ob in diesem Blog der eine oder andere Artikel auf Englisch geschrieben werden sollte. Was meinen meine deutschen Leser?

    Léonard schreibt übrigens auf Englisch und ist daher durchaus auch mal einen Blick wert. Nett bei ihm ist, dass er seine thematischen Beiträge (Web, IT, Business…) immer wieder zwischendurch durch Musik-Videos auflockert.

  2. Wir (von Rankaholics.de) sind froh und dankbar, dass Du unser Portal magst und es wertvoll findest. Und wir sind froh, dass endlich jemand das Potential erkannt hat, auf das wir von Anfang an hinauswollten, nämlich Abstimmungen und Rankings über alles, was Dir als Nutzer gerade wichtig ist.

    Außerdem sind wir enorm dankbar für Tipps, was die Weiterentwicklung von Rankaholics angeht. Deshalb machen wir z.B. auch ständig neue Abstimmungen über die wichtigsten neuen Features.

    Naja, genug des Selbstlobs. Wir müssen noch viel tun.

  3. Pingback: bwl zwei null » Virales Marketing + Corporate Blog = Woobby