Second Life und was Wells Fargo dazu einfällt

Eben war ich noch schnell bei Eric Kintz von der Computerfirma HP, der in einem interessanten Blog-Artikel 10 Gründe auflistet, warum sich Marketing in Second Life noch nicht lohnt. Bemerkenswerter aber als sein Artikel war einer der 31 Kommentare, der mich auf Wells Fargo aufmerksam machte.

Diese große amerikanische Bank betreibt seit 2005 (!) ein virtuelles Onlineprojekt, bei dem Jugendliche Unterhaltung finden und etwas über den Umgang mit Geld lernen sollen. Zunächst startete man in Second Life, wählte später aber Active Worlds als Basis (offenbar wegen des ungenügenden Jugendschutzes in SL).

Der Eingang zur Wells Fargo Stagecoach Island ist hier, das zugehörige Blog gibts da. Realisiert wurde dieses Projekt von Swivel Media (mit Demo-Video). Einer Pressemeldung der Bank vom Januar diesen Jahres zufolge haben inzwischen mehrere 10.000 Jugendliche und junge Erwachsene die Stagecoach Island besucht.

Während also Eric Kintz von SL noch nicht überzeugt ist, betreibt die innovative Wells Fargo Bank schon seit bald 2 Jahren eine Art Marketing-Kampagne in virtueller Umgebung, die natürlich nicht nur den richtigen Umgang mit Geld vermitteln, sondern auch junge Kunden an die Bank heranführen soll.

Und wie sagte doch Oliver Belikan neulich hier: „Firmen mit Consumerangeboten sollten (mit den neuen virtuellen Welten) experimentieren, um selbst zu urteilen.“ Wells Fargo hat genau das gemacht und ist damit offenbar nicht schlecht gefahren. Einen aktuellen Überblick über alle Banken in SL gibt uns Dr. Martina Göhring.