Schöne neue Welt: Von der Website zum Wissensnetzwerk

Während man hierzulande noch trefflich über Sinn und Zweck von Unternehmens-
Websites diskutiert, sind die Vordenker des Web 2.0 (insbesondere in Amerika) schon viel weiter.

Don Tapscott etwa, ein Unternehmensberater aus Kanada, propagiert unternehmensübergreifende Wissensnetzwerke, bei denen Wikis eingesetzt werden (und nennt das Phänomen dann „wikinomics“). Lesenswert hierzu sein Interview mit dem Wirtschaftsmagazin brandeins. Stefan Heuer, der das Interview führte, bringt in seinem Blog dazu auch gleich die kritische Gegenstimme von Hartmut Esslinger, dem Gründer von frogdesign.

Die interessante Frage für mich: Wie sollen die Unternehmen (der Mittelstand) darauf jetzt reagieren? Und fast noch interessanter: Was wird aus der Wagenburg-Mentalität vieler Unternehmen? Verschwindet die so einfach?

Ohne Zweifel bietet das Internet nicht nur ein nie zuvor dagewesenes Maß an Wissensverbreitung (statisch gesehen), sondern bietet auch Möglichkeiten der Selbstorganisation (dynamische Sichtweise), die erst langsam ins Bewusstsein dringen.

Schaut man nämlich in das sogenannte Web 2.0 hinein, sieht man zunächst ja eher die spielerischen Varianten desselben, also etwa die „Social Communities“ wie MySpace (der Renner in den USA), Cyworld (hip in Korea) oder Flickr (ein Bild sagt mehr als Tausend Worte). Selbst Unternehmen wie Spreadshirt (aus Deutschland) oder Threadless (aus den USA) wirken noch nicht so, als ob hier eine neue „industrielle Revolution“ staffinden würde.

Und doch ist dem so. Ich wage hier die These, dass Unternehmen in technologie-sensitiven Bereichen sich schleunigst mit dem Phänomen der Wikis (und Social Software in allgemeinerer Form) auseinandersetzen und unternehmensübergreifende Formen der „Arbeit am Wissen“ ausprobieren bzw. mit dem Aufbau eigener Wissensnetzwerke beginnen sollten.

Und was wird dann aus der Wagenburg-Mentalität? Sie braucht nicht zu verschwinden, muss aber flexibilisiert und der neuen Lage entsprechend angepasst werden. Konkret heisst das: Die Kernkompetenzen sind im Zeitalter des Web 2.0 neu zu definieren. Ein Wissensnetzwerk darf nicht an Übervorsicht und althergebrachtem Denken scheitern.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. kleines off topic, aber du müsstest mal den rss link korrigieren, da fehlt ein : nach dem http