ZDF

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Robert Basic macht sich Gedanken über den Datenschutz und empfiehlt eine Art Creative Commons Lizenz für “Menschendaten”. Damit soll es einen rechtlichen Schutz für Daten zur Person und ihren Äußerungen geben, der grundsätzlich restriktiv (antikommerziell) voreingestellt wäre, vom Einzelnen jedoch auch (individuell) freier gehandhabt werden könnte.

Brauchen wir so etwas?

Unbedingt! Denn einerseits sind viel zu viele Personen unbedarft im Internet unterwegs und andererseits gibt es auf der Ebene der Unternehmen noch viel zu wenig Respekt vor ethischen Standards. Ein Beispiel: Letztes Jahr hätte ich einem Startup dabei helfen können eine Technologie zu vermarkten, bei der u. a. mit Bots Foren und Social Networks gezielt (und teilweise under cover) nach bestimmten Daten durchsucht werden können. Unternehmen sollten damit in Erfahrung bringen, was über sie und ihre Produkte so gesprochen wird. Ich habe damals moralische Bedenken angemeldet und mich aus der Sache zurückgezogen.

Wenig vertrauenserweckend sind auch die Fälle, wo renommierten (!) Unternehmen Registrierungsdaten samt Passwörtern abhanden kommen. Kurios in diesem Kontext: Dem wohlmeinenden ZDF, das von der Sache erfahren hatte und die Betroffenen per E-Mail warnen wollte, begegnen etliche zuerst mit ungläubigem Staunen und Mißtrauen…

Insgesamt macht das Internet in diesem Licht besehen auf mich einen Eindruck wie Amerika zur Zeit der Goldgräber: Von der Hoffnung auf schnellen Reichtum geblendet, machen sich viele auf den Weg und setzen mitunter auch ganz rücksichtslos ihre Ellbogen ein. Am Ende lag Amerikas Reichtum ganz woanders und die Goldgräber, von denen die wenigsten reich wurden, haben immerhin zum Ausbau der Infrastruktur zwischen Ost- und Westküste beigetragen.

In diesem Sinne unterstütze ich den Ansatz von Robert Basic nachdrücklich, was die Verbraucherebene (Privatpersonen) betrifft. Den Unternehmen, die mit Social Software oder auch Semantischer Software im Goldrausch der neuen technischen Möglichkeiten unterwegs sind, empfehle ich mehr moralische Integrität. Denn nur integre Geschäftsmodelle werden auf Dauer Bestand haben und wirklich funktionieren.

Bloggen scheint ja immer noch etwas Besonderes zu sein, wenn etwa das ZDF mit einer gewissen Verwunderung feststellen muss, dass zum Parteitag der amerikanischen Demokraten in Denver rund 500 Blogger akkreditiert sind.

Damit es auch hierzulande mit dem Bloggen weiter aufwärts geht, schreiben Andreas Mertens und Michael Wald seit kurzem ein Blog, dessen Titel zugleich Programm ist: Erfolgreich bloggen. Für Kenner der Materie ist das vielleicht keine aufregende Lektüre, für Neueinsteiger und weniger tief involvierte Blogger aber sicher interessant. Und es zeigt, dass sich auch hierzulande die Blogosphäre allmählich weiter auffächert.

Blogs sind eben hervorragende Nischenmedien und möglicherweise stehen wir hier immer noch am Anfang der Entwicklung. Ein neues Kapitel eben dieser Entwicklung könnte eine neue Suchmaschine einleiten, die gerade an den Start gegangen ist: BackType nimmt sich der Kommentare aus Blogs an und will diese auffindbar (und sortierbar) machen. Robert Basic findet das gut, Nicole Simon weniger.

Ich tendiere dabei eher zur Sichtweise von Nicole Simon, aber vielleicht sind meine Bedenken auch unbegründet: Denn wer will eigentlich Kommentare aus ihrem Kontext losgelöst lesen? Und ob Robert Basic deswegen jetzt häufiger auf anderen Blogs kommentieren wird?

Warten wir einfach ab. Spätestens, wenn auch Erfolgreich bloggen über BackType schreibt, wissen wir, dass sich diese Suchmaschine etablieren konnte und im Mainstream angekommen ist. Dann ist immer noch Zeit, ein paar Kommentar-Feeds aus BackType zu abonnieren – wir haben ja sonst nichts zu lesen…

Tim Schlotfeldt nennt es ein Lehrstück und recht hat er: Matthias Dittmayer hat mit seinem Video über die tendenziöse Berichterstattung von ARD und ZDF, wenn es um sogenannte “Killerspiele” geht, ein Zeichen gesetzt. Und deshalb übernehme ich das Video auch heute in mein Blog.

eingebunden mit Embedded Video

Fast macht der junge Student mich damit neidisch. Denn er hat immerhin (Beweis-) Material, mit dem sich eine “Anklage” erheben lässt. Woraus aber mache ich mein YouTube-Video, wenn ich anprangern möchte, dass unsere öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten entschieden zu wenig über das Internet und dessen Entwicklung berichten?