YouTube

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Michael Jackson, Popidol meiner Jugendzeit, war als Musiker damals so erfolgreich, dass er vom amerikanischen Präsidenten, Ronald Reagan, persönlich empfangen wurde und dabei zusätzlich dadurch Schlagzeilen machte, weil er zum Handshake den damals bei ihm obligatorischen weißen Handschuh nicht auszog. Reagan nahm es gelassen.

Das Video hier zeigt aber nicht Michael Jackson, sondern Strafgefangene eines philippinischen Gefängnisses, die zu seiner Musik tanzen. Ein Gefängnisdirektor dachte sich die Maßnahme aus, die erstaunliche Resultate brachte: Seit 2007 läuft das Programm. Seither haben die sonst üblichen Schlägereien offenbar weitgehend aufgehört, die Stimmung unter den Gefangenen soll sich enorm gebessert haben.

Die Choreografien im Gefängnishof werden auf Video aufgenommen und in einem eigenen Kanal auf YouTube gezeigt (Web 2.0 made in The Philippines!).

Gefunden habe ich das Thema auf The Junction, einem Berliner Webmagazin (oder Blog?). Auf Twitter findet man TheJunction natürlich auch.

Als ich im Herbst 2007 zum ersten Mal über Festo (Esslingen) schrieb, konnte ich von den erstaulichen Produkten des Unternehmens noch kein Video einbinden, weil diese noch nicht in einem für Blogs passenden Format vorlagen. Inzwischen hat man einen Kanal auf YouTube eingerichtet und die Berichterstattung über Festo in Blogs weltweit scheint merklich zuzunehmen.

Aktuell macht der innovative Mittelständler aus dem Raum Stuttgart mit einem Pinguin von sich reden, der sich nicht nur vorbildgetreu bewegen, sondern auch autonom in einem Schwimmbecken orientieren kann.

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Die Nachricht klingt erschreckend: YouTube wird in diesem Jahr angeblich 470 Millionen $ Verlust machen, wenn man den Berechnungen des Credit Suisse Analysten Spencer Wang glauben darf. Von dieser Meldung war es dann auch nicht mehr weit bis zu den Abgesängen auf YouTube, etwa auf Silicon Alley Insider und Marginal Revolution.

Doch langsam: So schlimm stehen die Dinge nicht und eher ist zu vermuten, dass die Analysten von Credit Suisse das Internet und seine Technologie nicht recht verstehen. So kann man zwar durchaus vermuten, dass Google auch in diesem Jahr mit YouTube Geld verlieren wird. Aber daraus zu schließen, dass YouTube auf Dauer ein Fass ohne Boden bleiben wird, verkennt einige Fakten:

  1. Würde YouTube wirklich zu teuer werden, könnte Google jederzeit das Hochladen von Videos dadurch regulieren, dass man ein Bezahlmodell einführt. Flickr hat es mit seinen Pro-Accounts vorgemacht.
  2. Die variablen Kosten von YouTube steigen nicht notwendigerweise, wenn permanent mehr Content hochgeladen wird, weil die Speicherkosten dem Moore’schen Gesetz folgen. Demnach ist auch der Fall denkbar, dass die variablen Kosten trotz wachsendem Content sinken (oder zumindest stagnieren).
  3. Für Google ist YouTube keine isolierte Investition, wie die Problematik um Cookies im Videoplayer auf den Seiten des Weißen Hauses zeigte: Der Player von YouTube hilft Google nämlich bei der Verbreitung von Cookies, mit denen sich Surfgewohnheiten feststellen lassen. Der Gedanke, dass sich YouTube für Google allein über Werbung amortisieren müsse, greift also zu kurz.

Außerdem wäre zu erwähnen, dass Google in seinen Laboren intensiv daran arbeitet, Videos für Suchmaschinen “lesbar” zu machen. Zugegeben: Dafür muss man nicht zwingend das größte Videoportal der Welt besitzen. Es darf aber erwartet werden, dass sich mit Lösungen auf diesem Gebiet künftig noch deutlich bessere Möglichkeiten für Werbung im Umfeld der Videos ergeben.

Unerwähnt lassen die Kritiker am fehlenden Geschäftsmodell von YouTube meist auch die Tatsache, dass dieses Portal für Google auch ein enormer Sympathiebringer ist. Google lässt es sich gern Einiges kosten, nicht zu sehr als “Datenkrake” oder Suchmaschine mit Quasimonopol (auf vielen Märkten) wahrgenommen zu werden.

Und schließlich noch eine Anmerkung zum Kaufpreis von YouTube, den Google 2006 bezahlt hat: Die 1,65 Mrd $ wurden in Form von Aktien überwiesen und bezogen sich auf deren Marktwert zum Zeitpunkt der Transaktion. Ich wüsste zu gern, wie diese Papiere vorher in der Bilanz von Google standen. Zum halben Preis? Oder war es nur ein Viertel? Auf alle Fälle war dieser Kauf für Google weitaus günstiger, als weithin vermutet wird.

Sorgen um YouTube halte ich daher für wenig angebracht. Eher schon finde ich es bedenklich, dass die Analysten einer Bank wie Credit Suisse sich mit einer relativ oberflächlichen und etliche Fakten unterschlagenden Analyse an die Öffentlichkeit trauen: Analysten, die einem Unternehmen wie Google ernsthaft auf den Zahn fühlen wollen, müssen schon dickere Bretter bohren…

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Der Guardian hat soeben seine Open Platform eröffnet und bietet damit als zweite Zeitung nach der New York Times die Möglichkeit, seine Artikel über Schnittstellen (API’s) zu exportieren und in neue Anwendungen einzubetten. Dabei geht man in London wesentlich weiter als beim New Yorker Vorbild.

Der Guardian gibt nämlich vollständige Artikel heraus und verknüpft diese fest mit seiner Werbung. Wer also die Texte, Fotos oder Videos nutzen möchte, kann dies gerne tun, muss aber auch die Werbung akzeptieren. Es wird aber bereits an einer Lösung gearbeitet, bei der Entwickler von Applikationen an den Werbeeinnahmen partizipieren können. Darauf deuten eine vorsichtige Formulierung im Text des Guardian als auch der Blogartikel von Jeff Jarvis hin.

Insgesamt also ein sehr interessanter Schritt in die richtige Richtung. Die logische Konsequenz müsste jetzt sein, dass auch WordPress für seine Blogs eine (standardisierte) Schnittstelle anbietet, so dass Entwickler aus möglichst vielen Medien heraus Artikel kopieren und neu zusammen setzen können.

Bald schon werden wir Applikationen auf Facebook sehen, mit denen sich die Mitglieder Nachrichten ihrer Wahl in ihren Newsfeed werden integrieren können. Gut für den Guardian und schlecht für alle anderen Medien, die noch immer glauben, die Leser würden gern auf ihre Seiten kommen.

Im Grunde macht es uns YouTube schon seit 2005 vor: Bis auf ganz wenige Ausnahmen lassen sich alle Videos mitsamt dem Player entnehmen und woanders wieder einbetten. Das ist das Modell der Zukunft, nicht nur für Videos, sondern für Nachrichten (”Content”) aller Art…

Kennen Sie Weihnachten? In früheren Zeiten soll das mal ein fröhliches Fest gewesen sein, das in allen Familien gefeiert wurde. Aber heute, wo es kaum noch Familien gibt, sieht Weihnachten offenbar ganz anders aus:

eingebunden mit Embedded Video

Die Werbeagentur AKQA wünscht damit in diesem Jahr allen ein frohes Fest. Ich schließe mich in der festen Hoffnung an, dass Weihnachten nicht überall so frostig, grau und technoid sein möge. Das Video fand ich im Blog von Simon Owens (Bloggasm).

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