Subventionen im Mediensektor sind nichts Neues: Das Modell der GEZ ist ja nichts anderes als eine Form der Subvention, auch wenn hier meist ein ganz anderes Vokabular verwendet wird. Für sehr lange Zeit war das auch ein recht gutes Modell, das dann aber mit dem Aufkommen der privaten Fernsehsender und erst recht mit dem Internet ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen hat.
Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man über die Perspektiven des Onlinejournalismus spricht. Denn so gemütlich es sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten eingerichtet haben, so schwierig hat es derzeit die Presse – und das in ihrer gedruckten Form ebenso wie im Onlinebereich.
Wolfgang Michal (Carta) fasst den aktuellen Stand zum Onlinejournalismus gut zusammen und listet die diskutierten Modelle auf. Ein paar Seitenhiebe kommen dazu, etwa dieser hier, der u. a. auf mich gemünzt ist:
“Die Verfechter der marktwirtschaftlichen Modelle denunzieren jeden öffentlich-rechtlichen Gedanken als staats-sozialistischen Schwachsinn und wollen die Diskussion im Keim ersticken.”
Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und denke deshalb explizit einen Schritt weiter. Wie können wir einerseits dem Medienwandel und der Medienkonvergenz im Internet gerecht werden, andererseits aber auch den Journalismus weiter bringen?
Pragmatisch gedacht ist klar, dass derzeit wenig Hoffnung auf eine Abschaffung der GEZ besteht. Eher schon werden in naher Zukunft weitere Teile des Medienbetriebs in der einen oder anderen Form subventioniert werden (siehe auch das “Vorbild” Frankreich). Wie aber könnte man den Onlinejournalismus fördern, ohne ihm gleich eine “soziale Hängematte” ohne Anreizstrukturen für Qualität (wie das heute bei der GEZ der Fall ist) zu bieten?
Das müsste mit einer Medienflatrate (oder -steuer) möglich sein. Nämlich dann, wenn die so eingenommenen Gelder strikt nach den Seitenaufrufen verteilt werden. Jeder Anbieter, der also von dieser Steuer profitieren wollte, müsste einen Zähler auf seiner Website akzeptieren, der die Seitenaufrufe exakt misst. Somit wäre gewährleistet, dass ich mit meinem Onlinekonsum Medien fördern könnte, deren Seiten ich auch tatsächlich nutze.
Anbieter dagegen, deren Inhalte kaum oder gar nicht zur Kenntnis genommen würden, bekämen so auch kein Geld! Damit würde verhindert, dass nutzloses Zeug dauerhaft subventioniert würde. Zudem wäre das Modell über alle Arten von Medien anwendbar, also nicht nur für den textbasierten Journalismus. Die GEZ könnte (endlich) abgeschafft werden, da ARD und ZDF dann ja ihr Geld über die neue Medienflatrate bekämen.
Im Einzelnen müsste man über dieses Modell noch genauer nachdenken und es stellenweise justieren. Denn so wie hier skizziert, bekämen vor allem große Portalseiten relativ viel Geld während kleine Anbieter eher leer ausgingen. Das liesse sich aber mit einem Algorithmus zugunsten der Kleinen korrigieren.
Zudem müsste man Zugriffe aus dem Ausland herausrechnen, da diese ja von der Medienflatrate nicht betroffen wären. Und schließlich müsste der Zähler auch eine Art Zeitkomponente enthalten, denn längeres Verweilen auf einer Seite (etwa beim Betrachten eines Videos), muss natürlich berücksichtigt werden.
Insgesamt könnte so durchaus ein Stück Mediengerechtigkeit erreicht werden, denn die Förderung träfe genau das, was auch wirklich konsumiert wird. Dem Onlinejournalismus wäre damit geholfen, wenn auch nicht jede heilige Kuh überleben würde…














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