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Logo zu Google OpenSocialNur noch ein Thema scheint die Blogosphäre zu beherrschen: Google’s OpenSocial. Obwohl erst wenig Fakten bekannt sind, überschlagen sich die Blogger mit Meldungen und Meinungen. Eine sehr gute Erklärung und die Zusammenstellung wichtiger Fakten liefert Martin Weigert (zweinull.cc). Hier meine Fragen und Anmerkungen:

  1. Die Entwickler scheinen ziemlich begeistert zu sein. In der Tat hat das Konzept der offenen Schnittstellen etwas für sich, können sie doch Grenzen überwinden und die bisweilen auch als “Datenfriedhöfe” kritisierten Social Networks öffnen und durchlässiger machen.
  2. Erste hellsichtige Analysen machen aber auch klar, dass es für Google wieder einmal (fast) nur um Werbung zu gehen scheint. Über die Schnittstellen sollen gezielt Daten in den Social Networks eingesehen und für Werbezwecke nutzbar gemacht werden. Vermutlich hat Google die Zustimmung der diversen Partner mit der Aussicht auf hohe Werbeeinnahmen bekommen.
  3. Das wirft bei mir aber die Frage auf, ob man hier nicht die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat: Denn was hat eigentlich der User von der Innovation? Wo liegen Sinn und Nutzen? Mich beschleicht hier das Gefühl, dass die Bedeutung von Applikationen für Social Networks von Google etwas überschätzt wird.
  4. Die wichtigste Frage aber kann heute noch keiner beantworten: Ich würde nämlich gerne wissen, ob ich künftig von einem Profil auf MySpace mit jemanden auf Xing problemlos in Kontakt treten kann. Denn das wäre ja eigentlich der Sinn der Sache. Cem Basman nennt das “Seamless Social Networking“.
  5. Und funktioniert Werbung auf Social Networks eigentlich? Don Alphonso hat sich gerade diese Frage gestellt und dazu die Antwort in der BusinessWeek gefunden. Demnach wird etwa auf Facebook die Werbung weitestgehend ignoriert.
  6. Und schließlich: Wie ist das eigentlich mit dem Datenschutz? Kann es sein, dass Social Networks unter anderem auch deshalb populär sind, weil die User bislang davon ausgehen konnten, dass ihre persönlichen Daten dort sicher in einem geschlossenen und geschützten Raum lagen? In dieser Hinsicht haben sowohl Google als auch Facebook böse Absichten, denn Google will die Profildaten über seine Schnittstellen auslesen und Facebook gar Cookies auf den Rechnern seiner User installieren, die deren gesamten Internetverkehr mitlesen können.

Fazit: Jede Menge offene Fragen. Klar ist nur, dass hier ein heftiger Kampf um Märkte der Zukunft tobt.

Meine Prognose: Es wird sich nicht viel ändern. Denn eine “Killer-Applikation”, die überall verfügbar ist, macht keines der beteiligten Social Networks besser oder schlechter. Deren Position im Wettbewerb wird davon also nicht bestimmt. Eher nimmt die Vergleichbarkeit untereinander zu, was den attraktiveren Social Networks zu gute kommen wird.

Facebook wäre gut beraten, der Allianz vorläufig nicht beizutreten und einfach die weitere Entwicklung der Nutzerzahlen abzuwarten. Bei den Applikationen hat man ohnehin einen Vorsprung. Und wollte man wirklich Offenheit (aus der Sicht der User) demonstrieren, könnte schon morgen ein E-Mail-Client integriert werden. Mit Microsoft als Partner dürfte das ja wohl ein Leichtes sein.

rowohlt oswald coverNeulich war ich ziemlich überrascht, als mir auf einer Website eine Google-Anzeige ins Auge fiel, die schön bunt und zudem dynamisch aufgebaut war: Durch einen Klick auf die Anzeige wurde ein kurzer Audiobeitrag abgespielt, während die Anzeige selbst ihre Optik veränderte.

Es warb der Rowohlt-Verlag für ein gerade neu herausgegebenes Buch. Dabei wurde die Stimme des Autors selbst sehr geschickt dazu genutzt, in wenigen Sätzen das Buch zu charakterisieren. Mir gefällt diese moderne und zeitgemäße Art, ein klassisches Medium (=Buch) zu bewerben. Hinter der Idee steckt eine Kooperation des Verlages mit I-Read Media, einer Agentur, die sich auf Werbung für Bücher im Internet spezialisiert hat.

Diese Form der Werbung hat Zukunft, denn sie beachtet ein wichtiges Prinzip: Sie drängt sich nicht auf. Wen Bücher gerade nicht interessieren, braucht die Anzeige nicht weiter zu beachten. Wer ein bisschen neugierig ist, kann den Trailer abspielen. Und wessen Interesse dadurch wächst, kann über den Link direkt zu den Internetseiten des Verlags wechseln. Was will man mehr?

Leider kann ich an dieser Stelle die Anzeige nicht vorführen, obwohl sich Verlag, Agentur und Martin Kunzelnick viel Mühe gegeben haben: Wir brachten auf die Schnelle nur eine Endlosschleife zustande, die keinen guten Eindruck vermittelt hätte…

Messeeindrücke von der Creative Industries 2007, Friedrichshafen

Vom 29.03. bis 31.03.07 fand in Friedrichshafen die erste Fachmesse der Kreativwirtschschaft statt, auf der sich Agenturen, Medienhäuser, Grafiker bis hin zu Bildungsanbietern präsentierten.

Eigentlich ein guter Ansatz, wenn man sich auf dieser Messe einen Überblick über die regionalen Anbieter in Sachen Marketing und Werbung hätte verschaffen können. Dem war leider nicht so: Zwar waren wohl die meisten Teildisziplinen vertreten, aber repräsentativ für die Region war das Teilnehmerfeld nicht.

Ein Handicap der Messe war wohl auch die Tatsache, dass Dienstleister sich eher schwer tun, ihre Arbeit sichtbar zu machen. Wie zeigt man “Kreativität” auf einem Messestand? Ganz gut aus der Affäre zog sich da die neu gegründete gapcon Bodensee, die mit einem historischen Krankenwagen und ihren Mitarbeitern in Mediziner-Kluft kräftig dazu beitrugen, die Messe (wieder-) zu beleben.

Sprichwörtlich den Vogel abgeschossen hat die Agentur D-Werk aus Ravensburg, die erst gar keinen konventionellen Messestand aufgebaut hatte, sondern mit echten Bäumen, einem Jägerhochsitz und reichlich Moos oder Gras am Boden ein fast perfektes Naturschauspiel ablieferte. Hier gab es zudem Live-Musik und gute Laune, während etliche andere Stände dieser Messe auch aufgrund des doch eher geringen Besucherandrangs (zumindest am ersten Messetag) halb tot wirkten…

Immerhin: Ein Anfang ist gemacht und aller Kritik zum Trotz sollte das Konzept der Messe weiterentwickelt werden. Im nächsten Jahr, soviel steht schon fest, wird die Creative Industries im benachbarten Bregenz stattfinden.

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