virales Marketing

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Dieses Video sollten sich Manager bzw. Marketing-Verantwortliche im Mittelstand unbedingt ansehen: Es zeigt den amerikanischen Präsidenten von einer Seite, die man sonst sehr selten an ihm zu sehen bekommt.

In Anlehnung an einen Trailer zum Film “The King’s Speech” hat das Wahlkampf-Team um Barack Obama einen ähnlichen Spot gedreht, dessen einzige Botschaft es ist, den Präsidenten von seiner menschlichen Seite zu zeigen und damit Sympathie zu schaffen.

Etwas mehr von dieser menschlichen Seite stünde den meisten Mittelständlern gut zu Gesicht: Ihr Marketing ist ist oft noch viel zu sehr auf Seriosität und nüchterne Fakten getrimmt, während Menschlichkeit und Emotionalität (in der richtigen Dosierung) insbesondere im Kontext von Social Media häufig mehr bewirken könnten als Faktenwissen und PR-Floskeln.

Das Video, das Ende April vom Weißen Haus aus in Umlauf gebracht, spielt gekonnt mit der damals eher ungünstigen Nachrichtenlage, in dem es eben gerade keine Botschaft im klassischen Sinn transportiert, sondern im Wesentlichen nur Obama als sympathische Person vermittelt.

In seiner Wirkung wurde der Clip dann allerdings einer größeren Wirkung beraubt, nachdem schon zwei Tage später der Tod Osama bin Ladens vermeldet werden konnte und damit ganz andere, präsidialere Bilder von Obama wieder das mediale Geschehen dominierten.

Als Inspiration und Beispiel für modernes Marketing taugt der Clip dennoch. Man beachte dabei auch die Bilder am Schluss, die etwa den Vize-Präsidenten zeigen, wie er während einer Rede Obamas eingeschlafen war. Humor ist, wenn man über sich selbst lachen kann.

Quellen: Mike Allan’s Playbook am 19.05.2011 (Politico) und Time.

Traffic Flickr PoagaoVor dieser Situation stehen immer öfter etablierte Firmen wie Startups gleichermaßen: Man will nicht mehr einfach nur Traffic auf einer Website (à la Web 1.0), sondern möglichst viele User für eine (neue) Social Community gewinnen (vive le web 2.0!). Wie aber schafft man das?

Interessant ist dabei, dass sich beide Gruppen schwer tun, wenn auch aus unterschiedlichen Richtungen. Die jungen Gründer können meist sehr gut programmieren und sind im Web zuhause. Ihnen fehlen aber oft Kenntnisse und Erfahrungen im Marketing. Das beherrschen im Prinzip die etablierten Firmen, die sich dafür mit dem Medium Internet eher schwer tun und in den allermeisten Fällen auch nicht selbst programmieren. Beiden gemeinsam ist meist, dass sie für Berater oder Agenturen wenig bis kein Geld ausgeben wollen (oder können).

Was tun?

  1. Sich ein klares Bild von der Zielgruppe machen. An diesem Punkt hängt es fast immer: Die Vorstellungen sind zu diffus bzw. zu allgemein. Man will möglichst allen etwas Gutes tun. Mit einem kleinem Budget geht das aber nicht. Deshalb sollte man sich klar fokussieren und einschränken. Erweitern kann man später immer.
  2. Ein Blog aufsetzen, möglichst lange (= mehrere Monate) bevor die Community selbst online gehen soll. Das Blog dient (1) der “Übung” der Kommunikation im Web 2.0, (2) dem Aufbau eines Online-Netzwerks und (3) auch schon zur Ansprache der Zielgruppe. Ein Blog ist das billigste und beste Übungsfeld und wird doch meistens verkannt.
  3. Offline-Werbung von Anfang an einplanen. Kaum eine Community dürfte allein über das Web auf die Beine kommen. Ausnahmen wie Facebook – sind eben Ausnahmen! Dabei (wenn möglich) erst nur im lokalen Umfeld operieren und ausprobieren. Das was funktioniert verbessern, was nicht funktioniert verwerfen. Nach ein paar Monaten muss man klar sagen können, was wie weshalb funktioniert. Dieses Prinzip dann nach und nach räumlich ausdehnen.
  4. Schon vor der Betaphase das (Online-) Netzwerk aktivieren. Dabei unterscheiden in Primärkontakte (wichtige Einzelpersonen) und Sekundärkontakte (webaffines Publikum im weiteren Sinn). Primärkontakte geben Tipps, vermitteln speziellere Kontakte und bloggen ggf. über die neue Community. Sekundärkontakte sind wichtig, wenn man für die Betaphase mehr als 20 User haben möchte.
  5. Gleich Weitertrommeln nach dem Start! Ist die Community endlich online, fallen viele ermattet in die Seile. Das aber ist tödlich! Die ersten zwei bis vier Wochen sind ganz entscheidend: Es müssen Erfolgsmeldungen raus (das Ding läuft schließlich, oder?), es muss intensiv weiter gebloggt und auch die Medien weiter bedient werden. Dabei dynamisch “nach oben” denken und mutig bedeutendere Adressen ansprechen.

Fehlt noch etwas? Vielleicht das virale Marketing? Verlassen sollte man sich auf so etwas nicht. Fest einplanen auch nicht. Spaßeshalber kann man das aber schon tun, wie etwa Gymglish.

Entscheidender ist der grundsätzliche Blick nach vorn. Und der Blick auf die Messlatte.

Neulich wurde hier in diesem Blog lang und breit diskutiert, was wir Schwaben so alles können. Heute habe ich dazu gelernt: Wir können auch eBay, und zwar so:

eingebunden mit Embedded Video

Vielen Dank an die Zentrale der Macht (das Blog heißt wirklich so). Und ein noch größeres Kompliment an das schwäbische Original, das uns immer wieder mit außergewöhnlichen Synchronisationen überrascht.

Gestern bekam ich eine Mail mit der Einladung, an der Closed Beta Phase eines neuen Rankingportals teilzunehmen. Man hatte bei mir im Blog recherchiert und gesehen, dass ich positiv über Rankaholics geschrieben habe (wozu ich immer noch stehe).

Heute rufe ich Woobby auf und sehe, dass ohne Registrierung noch nichts angezeigt wird, aber erfreulicherweise gibt es ja ein (Corporate) Blog und darin lese ich, bis ich dieses Video finde:

eingebunden mit Embedded Video

Stellenweise ist es durchaus lustig, aber was hat es mit Woobby im Speziellen und Rankings im Allgemeinen zu tun?

Aber so ganz ernst scheinen sich die Jungs selbst nicht zu nehmen und deshalb passt es hier (am Freitag Nachmittag) auch ganz gut rein. Nachhilfe in Sachen Virales Marketing erteilt sicher gerne Martin Oetting. Und ich halte eher Ausschau nach Projekten und Ideen, die mithelfen das Web 2.0 über die Generation der 20 bis 35jährigen hinaus signifikant weiterzutragen.