Video

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Gary Vaynerchuk ist in den USA ziemlich bekannt geworden mit seinem Wein-Videoblog. Aktuell äußert er sich zu den Perspektiven der Werbung in schwierigen Zeiten auf seine ganz eigene Art. Wirklich sehenswert:

Ein interessantes Detail dabei: Das Video wird live aufgenommen und die Zuschauer (früher hätte man gesagt: Blogleser!) können via Chat direkt reagieren. Der Kameraschwenk während der Aufnahme zeigt es ganz offen.

Wer das Ganze etwas gesetzter und sauber ausformuliert haben möchte, kann es hier nachlesen (Pete Caputa auf dem HubSpot Blog). Beide Quellen übrigens via Robert Scoble auf FriendFeed.

Die Situation bei uns im Land bringt Christian Fachat in einem Tweet auf den Nenner: Realitätsfremd. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Oder doch: Warum betone ich in zwei aufeinander folgenden Artikeln den Bereich Video?

Ganz einfach, weil ich hier einen klaren Trend sehe. In Ländern wie Frankreich oder den USA, wo es bereits sehr viele Blogs gibt und diese auch von einer breiten Leserschicht getragen werden, zündet jetzt die nächste Stufe. Die Vorreiter bzw. kommerziell orientierte Blogs begnügen sich nicht mehr nur mit Text, sondern werden multimedialer und spontaner.

Klar ist auch, dass dieser Trend auf längere Sicht in die Unternehmen hinein wirken und den Bereich “Enterprise 2.0″ erfassen wird: Werksfernsehen ist dann nicht mehr nur eine Sache für große Konzerne wie Daimler, sondern für jeden Mittelständler interessant. Entscheidend wird aber sein, dass man dafür die erforderliche Infrastruktur hat: Nur wer intern Blogs zulässt, mit Wikis arbeitet und ein von den Mitarbeitern aktiv mitgestaltetes Intranet vorweisen kann, verfügt über die nötige Basis, über die Videos gezeigt, verlinkt und kommentiert werden können.

Neben der enormen Beachtung, die der neue Google Browser “Chrome” aktuell bekommen hat, ging eine andere Meldung ziemlich unter: Parallel dazu nämlich hat Google auch angekündigt, seine kommerzielle Version der Google Apps um einen Videoservice zu ergänzen.

Unternehmen, die also auf die Officelösung aus dem Hause Google setzen, können künftig auch Videos hochladen und in ihrem Netzwerk (exklusiv) verfügbar machen. Zusätzliche Kosten entstehen dafür nicht, es bleibt bei den schon bestehenden Lizenzgebühren. Lediglich eine Grenze von 3 GB für die Videos pro Account sind gemeldet, mehr gibt es sicher auf Anfrage und gegen Aufpreis.

Deswegen sollte aber niemand in Extase geraten oder ein neues Zeitalter heraufziehen sehen: Die von Google selbst gezeigten Anwendungsbeispiele sprechen nicht unbedingt für einen schnellen Produktivitätsschub in den Unternehmen:

eingebunden mit Embedded Video

Immerhin hat es Google einmal mehr geschafft, einen bislang eher als komplex und teuer geltenden Dienst als einfache Lösung zu präsentieren. Das Problem dürfte denn auch eher darin liegen, dafür geeignete Anwendungsfälle (sprich: genügend Phantasie) in den Unternehmen zu entwickeln.

Eine “kleine” Bremse dürfte auch die Tatsache sein, dass Microsoft in Sachen Office Software immer noch tonangebend ist. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Ganz sicher!