TED

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…erklärt uns der britische Zoologe und Soziobiologe Matt Ridley in einem sehr bemerkenswerten TED-Vortrag, der im Juli 2010 in Oxford gehalten wurde. Im Kern geht es darin gar nicht um Fragen der Wirtschaft. Doch der Naturforscher kam zu der Erkenntnis, dass wir unser stetig steigendes Wohlstandsniveau der menschlichen Arbeitsteilung und dem Handel verdanken.

Er bringt dies auf die Formel “When Ideas have Sex” und fragt sich, wo die Ursprünge menschlicher Arbeitsteilung zu suchen sind. Arbeitsteilung nämlich führt zu Handel, der seiner Ansicht nach in der Geschichte der Menschheit wesentlich früher entstand als die Landwirtschaft (”Trade ist ten times as old as farming”). Handel wiederum führt zu größerem Wohlstand für alle daran Beteiligten.

In der Folge blickt Matt Ridley optimistisch in die Zukunft: Solange Handel und Arbeitsteilung ungehindert möglich sind, werden der Lebensstandard und die Lebenserwartung (global betrachtet) weiter steigen. Dazu müssen die Menschen nur weiter intensiv kommunizieren und Ideen austauschen, so dass der technische Fortschritt sich fortsetzen kann. Moderne Technologien wie das Internet haben daran einen erheblichen Anteil, gibt sich Matt Ridley überzeugt und schließt  seinen Vortag mit den Worten: “We are accelerating the rate of innovation”.

SixthSense aus dem MIT Media Lab könnte die Welt verändern. Der Ansatz von Pattie Maes und Pranav Mistry (bekannt von einer TED Präsentation vom März 2009), der die Schnittstelle zwischen Mensch und Computer (User Interface) radikal vereinfachen möchte, ist inzwischen offenbar so weit, das Labor zu verlassen und in die Produktentwicklung zu münden. Die Technologie dazu soll in Kürze als Open Source veröffentlicht werden.

Im aktuellen Video stellt Pranav Mistry den schon bekannten Ansatz vor, dazu aber auch ein paar neuere Anwendungen, die einfach umwerfend sind: Auf Papier ausgedruckte Texte oder Grafiken werden einfach mit Gesten “kopiert” und in ein anderes Medium übertragen…

Gesehen im Blog von Ross Dawson.

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Das schwedische Fernsehen (SVT) hat eine einstündige Dokumentation über den Wissenschaftler Hans Rosling gedreht und zeigt diese mit englischen Untertiteln auch im Web (befristet bis 18.09.09).

Rosling wurde bekannt mit seinen erstaunlichen Präsentationen auf den TED-Koferenzen. Als Mediziner und Statistiker konnte er visuell anschaulich zeigen, dass Lebenserwartung, Gesundheit und Wohlstand weltweit seit Jahrzehnten ganz überwiegend steigen. Seine Arbeit wird mittlerweile von einer Stiftung (Gapminder) getragen, die wesentlich von Google finanziell unterstützt wurde.

Seine Arbeit ist deswegen so bemerkenswert, weil sie der gängigen Berichterstattung in den Medien, die überwiegend von Katastrophen und schlechten (Lebens-) Verhältnissen geprägt ist, ein völlig anderes Bild entgegen setzt. Freilich ist seine Perspektive sehr langfristig, während die Medien fast nur Momentaufnahmen liefern und den größeren Kontext meist ausblenden.

Ein sehr sehenswerter Film! Die englischen Untertitel reichen vollkommen aus, um den Inhalt und die Atmosphäre zu vermitteln (via Gapminder Blog).

Wenn das Wochenthema sich mit Wikis beschäftigt, kommen wir natürlich nicht an der Wikipedia vorbei. Dabei handelt es sich um das weltweit größte Onlinelexikon auf der Basis von Social Software. Jeder (der über einen Internetanschluss verfügt) kann daran mitschreiben und es müssen keine ganzen Artikel sein: Kleinere Ergänzungen oder Aktualisierungen, zusätzliche Links auf andere Websites oder schlicht die Korrektur von Rechtschreibfehlern.

Und genau darin liegt die Stärke dieses Mediums und der Grund, warum sich Unternehmen damit beschäftigen sollten. Was anfangs kaum beachtet und dann eine Zeitlang skeptisch kritisiert wurde, hat sich in aller Stille zu einem Medium entwickelt, das im Englischen die berühmte Encyclopedia Britannica und im Deutschen den Brockhaus überholt hat. Und das nicht nur quantitativ: Auch qualitativ steht die Wikipedia den beiden Traditionslexika nicht mehr nach.

Die Wikipedia gibt uns einen Eindruck davon, wie Wissen im 21. Jahrhundert gehandhabt und verbreitet wird. Wer immer noch skeptisch ist, sollte sich das Video mit Jimmy Wales, dem Gründer, ansehen (oder zumindest mal kurz reinklicken). Wer die Bilder sieht merkt sofort, dass hier kein idealistischer Träumer spricht, sondern ein visionärer Manager, der ganz genau weiss, was er macht und was er will.

Der Beitrag stammt aus dem Sommer 2005, Jimmy Wales sprach damals auf der (berühmten) TED-Konferenz. Das Video hat bis heute nichts von seiner Strahlkraft und Aktualität verloren.

eingebunden mit Embedded Video

Ein Schwachpunkt der Wikipedia sei an dieser Stelle allerdings nicht verschwiegen: Was klein und kostengünstig begann, ist mittlerweile ein ziemlich teures Unterfangen, weil die EDV-Infrastruktur für ein derart umfangreiches Projekt doch erhebliche Mittel bindet. Die Stiftung, von der die Wikipedia betrieben wird, ist denn auch auf Mittelzuflüsse (Spenden) angewiesen und selbst das Budget für 2007 ist demnach noch nicht in trockenen Tüchern…

Wirtschaftlich betrachtet steht die Wikipedia somit alles andere als auf stabilen Beinen. Sofern die Stiftung nicht in absehbarer Zeit ein ausreichendes Stiftungskapital erhält, wird man sich wohl mit dem Thema “Werbung” anfreunden müssen. An diesem Punkt zumindest must Jimmy Wales wohl noch etwas umdenken.