Techcrunch

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Auch das ist das 21. Jahrhundert: Produktentwicklung als offener Prozess. Michael Arrington hat ziemlich genau ein halbes Jahr nach seiner Ankündigung nun den ersten Prototypen für einen Rechner vorgestellt, der primär zum Surfen im Internet gedacht ist und möglichst wenig kosten soll.

eingebunden mit Embedded Video

Hut ab vor dieser Leistung! Sehen da nicht die etablierten Hersteller (egal welchen Namens) etwas blass aus, ob so viel Engagement und Kreativität?

Gleichzeitig zeigt sich hier ein Geschäftsmodell für Blogger (mit genügend großer Leserschaft): Produktideen vorschlagen und dann mit der eigenen Community weiterentwickeln. Michael Arrington ist bekanntlich von Haus aus Rechtsanwalt und bestimmt hat er schon einen Mustervertrag in seinem Schreibtisch liegen, mittels dessen er die Produktion des CrunchPad an einen geeigneten Hersteller abgeben und im Gegenzug über ein Lizenzmodell finanziell am Erfolg beteiligt werden kann.

Seinem Beispiel kann man aber sicher auch ohne Jurastudium folgen. Entscheidend dürften eher Umfang und Qualität der Leserschaft sein, die ein Blog erreicht. Ein Blog mit Potenzial für die Zukunft weist also nicht nur gute Artikel auf, sondern auch “gute Leser” im Sinne einer lebendigen und sachkundigen Community.

So gesehen ist es eigentlich schade, dass Robert Basic sein Blog verkauft hat. Er hätte aus Basic Thinking viel mehr machen können…

twitter logoTwitter ist in aller Munde und mit Twitterdings und twitkrit gibt es hierzulande zwei sehr schöne neue Blogprojekte rund um das Faszinosum. Während sich twitkrit mehr der künstlerisch, literarischen Seite von Twitter annimmt, dürfte Nico Lummas Twitterdings bald schon ein unentbehrlicher Wegweiser durch den rasch immer dichter werdenden Dschungel an Applikationen und Mashups rund um Twitter werden.

Alles schön und gut, aber über die Ebene der Spielerei sind wir damit noch nicht hinaus, oder? Hat Twitter auch bei der “richtigen” Arbeit eine Perspektive? Ich habe das lange nicht gesehen, bis ich bei mir Alert Thingy installiert habe. Seither habe ich in kompakter Form und frei auf dem Desktop einen Anschluss an den Datenstrom, den Twitter ununterbrochen produziert. Das Praktische daran ist, dass ich über Alert Thingy nicht nur passiv mitlesen, sondern auch selbst twittern kann.

Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man so etwas auch in komplexen Projekten einsetzen kann. Etwa wenn ein (teilweise) räumlich getrenntes Team sich untereinander in knapper Form auf dem Laufenden halten möchte. Twitter ist da nämlich überraschend vielseitig und vor allem extrem schnell: Bis man etwa bei einer E-Mail nur die Adresse des Empfängers eingegeben oder aus einem Verzeichnis ausgewählt hat, hat man bei Twitter die Botschaft schon formuliert und abgeschickt.

Noch Fragen? Was Twitter wert ist, weiß Michael Arrington (TechCrunch) ziemlich genau und wer (wie ich) noch etwas Nachholbedarf bei den Begrifflichkeiten hat, mag in diesem kleineren Wiki (Twitter Fan Wiki) fündig werden. Mir auf Twitter zu folgen lohnt jetzt noch nicht, ich bin noch ziemlich stumm und höre vorerst nur zu…

Technorati LogoEiner Meldung von Techcrunch zufolge gibt es bei Technorati konkrete Pläne, eine Werbeplattform für Blogs aufzubauen. Wirklich überraschend kommt das nicht: Technorati wurde zwar seit der Gründung im Jahr 2002 durch Dave Sifry schnell zu einer Ikone der Blogosphäre, ließ aber bis zuletzt ein klares Geschäftsmodell vermissen.

Unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Richard Jalichandra soll sich das nun ändern. Liest man die Reaktionen auf diese Meldung quer, wird deutlich, dass Technorati nach wie vor viele Freunde in der Blogospähre hat. Allerdings sind diese Freunde zugleich auch überwiegenden skeptisch. Denn Werbenetzwerke sind nicht gerade der letzte Schrei und Technorati könnte das Feld etwas zu spät betreten.

Meiner Meinung nach stand sich Technorati jahrelang selbst im Weg und ist damit vielleicht nicht ganz untypisch für Startups im Tech-Bereich: Weil die Gründer von der “technischen Seite” her denken, kommen ihnen nahe liegende Dinge gar nicht in den Sinn. Wer wie Technorati quasi die Hand auf weiten Teilen der Blogosphäre hat, hätte daraus längst eine Basis für Marktforschungen machen können. Sifry muss sich heute vorwerfen lassen, dass er etwas aus der Hand gegeben hat, das nun von Nielsen unter dem Namen blogpulse angeboten wird.

Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass wenn ich Geeks und Gründer auf Marktforschung anspreche, ich nur ungläubiges Staunen oder Desinteresse ernte. Im Januar schrieb ich über Twitter (in englischer Sprache auf Tech IT Easy) und dessen fehlendes Geschäftsmodell. Wie die Kommentare zeigen, wurde mir meine Ideen dazu im Kreis um Jérémy Fain nicht so ganz abgenommen.

Zwar ist den Tech-orientierten Kreisen schnell Begeisterung für neue Programme, Applikationen oder Mash-ups zu erzielen. Was aber im laufenden Gebrauch mit den sich ansammelnden “Datenfriedhöfen” passiert oder passieren könnte, interessiert da kaum. Deshalb bin ich schon sehr gespannt, was aus blogoscoop werden wird. Je nachdem, wie das Projekt einschlägt, wird es nämlich auch so eine Datensammelstelle. Muss ich mir da irgendwann an die eigene Nase fassen?

Wir werden sehen und schauen jetzt erst einmal auf Technorati…