TAT

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In Bayern sieht man Googles Street View mit gemischten Gefühlen entgegen, und das quer durch alle Parteien, wie Heise meldete. Was aber werden die Politiker im bayerischen Landtag erst sagen, wenn dieses Produkt auf den Markt kommt?

Das schwedische Software-Unternehmen TAT hat gerade eine Applikation für Android Mobiltelefone angekündigt, mit der Gesichter erkannt und dazu dann Daten aus dem Internet abgerufen werden können.

Diese Form von Augmented Reality ist durchaus faszinierend, wirft aber auch Fragen auf. Denn was im gezeigten Beispiel einer geschäftlichen Präsentation schon Sinn macht, sieht auf offener Straße wieder ganz anders aus: Kann damit künftig jeder jeden identifizieren?

Für den stationären Handel ergeben sich ungeahnte Perspektiven, da dieser seine Laufkundschaft mit dieser Technologie (und fest installierten Geräten) unauffällig scannen und sortieren könnte: Stammkunden werden identifiziert und persönlich beraten, Personen mit negativer Schufa erhalten Ware nur gegen Bargeld und notorische Nichtkäufer werden des Hauses verwiesen.

Aber schon auf einer harmloseren Ebene könnte so etwas zum Alptraum werden: Betrete ich etwa ein Ladengeschäft und werde dort registriert, kann mir die Ladenkette sofort und automatisiert auf Twitter folgen, versuchen auf Facebook mein “Freund” zu werden und mein Blog mit Kommentaren zu spammen (”toller Artikel”). Wollen wir so etwas wirklich? Oder werden wir bald alle wie einst der unglückliche Michael Jackson nur noch mit Mundschutz, Sonnenbrille und Hut auf die Straße gehen?

Konflikte und scharfe politische Debatten sind hier vorprogrammiert, auch wenn sie vielleicht noch Jahre auf sich warten lassen. In Sachen Google Street View führt der bayerische Landtag seine Debatte auch reichlich spät und dürfte nicht mehr viel Einfluss haben (was ich in diesem Fall auch für unnötig halte).

Von Layar, der Augmented Reality Applikation, die Daten zu Gebäuden auf Android Handys bringen kann (und in Deutschland noch nicht verfügbar ist), bin ich sehr angetan. Zu “Augmented ID” von TAT hingegen hoffe ich auf eine ausgiebige Debatte zu ihren ethischen Aspekten…