Software

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Wonach richten Sie sich, wenn Sie einen geeigneten Anbieter von Collaboration Software suchen? Vermutlich erstellen Sie dafür eine Anforderungsmatrix und vergleichen darin verschiedene Angebote. Dazu brauchen Sie erst einmal eine Liste von Anbietern, die es im zweiten Schritt auf eine überschaubare Teilmenge einzugrenzen gilt. Wie geht man dabei vor?

Ich schaue mir zuerst an, wie ein Anbieter im Web kommuniziert: Gibt es ein Blog? Wird getwittert? Wie steht es um die Facebook-Seite? Denn wer Social Software an Unternehmen verkaufen möchte, sollte auch selbst gern im Social Web kommunizieren.

Hier ein Einblick, als kleine und nicht-repräsentative Auswahl. Jüngst bin ich über die Namen Just Software und Podio gestolpert. Beide waren mir nicht geläufig, so dass ich sie mir genauer angeschaut habe.

Just Software ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Hamburg. Es wurde 2007 gegründet, das Hauptprodukt ist die Enterprise Collaboration Software “Just Connect”.

Podio ist ein dänisches Unternehmen, das 2009 in Kopenhagen gegründet wurde und mittlerweile auch einen Sitz in Kalifornien hat. Sein Produkt heißt wie das Unternehmen, “Podio”.

Beide Unternehmen führen ein Blog. Bei Just Software wurde der letzte Eintrag im April 2011 publiziert, bei Podio heute (also am 01. Juli 2011).

Screenshot zu JustSoftware auf Twitter, Stand: 01.07.2011

Beide Unternehmen twittern. Dabei bringt es Just Software auf 238 Tweets, 82 Follower und steht auf 6 Listen, während Podio 287 Tweets bei 2.096 Followern zählt und auf 123 Listen steht (Stand 01. Juli 2011).

Screenshot zu Podio auf Twitter, Stand: 01.07.2011

Kann man daraus etwas Substanzielles ableiten? Objektiv betrachtet nicht, denn damit ist noch überhaupt nichts über den Kern der Sache, die jeweilige Software, gesagt. Es reicht aber für einen ersten Eindruck, der in meinem Fall bei Just Software negativ ist, während mich Podio positiv stimmt, so dass ich gerne mehr über dieses Startup erfahren möchte.

Just Software bloggt und twittert seit Januar 2010, das Engagement wirkt lustlos und ohne nennenswerte Effekte in der Reichweite. Es ist ganz offensichtlich: Die Software dieses Unternehmens wird nicht über das Web “verkauft”.

Bei Podio dagegen setzt man erkennbar auf die Wirkung des Web. Getwittert wird seit September 2010 (in englischer Sprache), mit einer deutlich anderen Wirkung als bei JustSoftware. Das Blog startete erst im März 2011, mit dem offiziellen Produkt-Launch.

Erkennbar wird im Vergleich, dass sich Just Software wohl stark auf den großen deutschen Markt verlässt, während Podio von Beginn an über Dänemark hinaus nach Berlin (es gibt eine deutsche Sprachversion!), London und natürlich San Francisco schaute. Podio möchte ganz offensichtlich nicht nur in Europa eine Rolle spielen, sondern auch in den USA und damit in die erste Liga der Anbieter von Collaboration Software aufsteigen.

Zieht man in diese Betrachtung noch den Aufbau der Unternehmens-Website ein, verfestigt sich der erste Eindruck: Bei Podio wirkt alles moderner, leichter und raffinierter, während Just Software hier leider nur “billig” wirkt.

Aber wie schon erwähnt, über die Software der beiden Anbieter ist damit noch nichts gesagt. Dürfte ich jedoch für eine Bewertungsmatrix nur einen der beiden mit in die engere Wahl nehmen, wäre jetzt wohl klar, welcher Kandidat das wäre.

flickr Middle left side of keyboard jepoirrier

Scott Karp hat es auf den Punkt gebracht. Sein Blogartikel zu Google Fast Flip beschreibt genau das Dilemma der Verlage:

“The publishing business has always been about packaging content. Newspapers. Magazines. Newsletters.”

“In digital media, on the web, the news package is now a function of software – which is why Google is innovating precisely where publishers are not.”

Das Verpacken (und Verkaufen) von Inhalten (Content) ist mit dem Internet eine Frage der Software geworden und genau das ist die Achillesferse der meisten Verlagshäuser. Auf diesem Gebiet haben sie zu wenig Experten.

Schlimmer noch: Der Paradigmenwandel hin zum Internet spiegelt sich oft auch nicht in ihren Management- und Hierarchiestrukturen wider. Je höher man in den Hierarchien von traditionellen (und traditionsreichen) Verlagen und Medienhäusern kommt, desto mehr nehmen Erfahrung und Expertise zum Internet ab.

Strategisch betrachtet ist das eine ganz schlechte Voraussetzung, wenn man mit Unternehmen wie Google, Facebook oder Twitter konkurrieren muss, die das Internet durch und durch kennen und deren Personal fast nur aus Informatikern besteht. Allen dreien ist übrigens gemeinsam, dass sie keine Inhalte erstellen, sondern sich nur um das “Packaging” kümmern.

Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma?

Viel Möglichkeiten gibt es nicht, das muss man ganz nüchtern sehen. Auch wenn Berater sonst gern anderes verkünden und bedenkenlos jedem Unternehmen eine Portion “Change Management” verordnen…

Wenn man die Zukunft durch die “Brille” von Microsoft betrachtet, was sieht man da? Natürlich Software auf Schritt und Tritt. Das Interessante an dem folgenden Video ist aber gar nicht so sehr die Software, sondern die Hardware, die für die Darstellung bzw. Interaktion erforderlich ist.

Mir scheint es fast, dass die im Video dargestellten Daten und Kommunikationswege im Prinzip heute schon alle verfügbar sind. Woran es fehlt, sind die mobilen Computer, die Display-Flächen an Wänden, auf Tischen (bzw. neben den Türen) und die RFID-Tags an Medikamenten und Instrumenten (für die nötige Interaktion). Deutlich wird auch, dass Bildschirm und Tastatur in starkem Masse zu einer Einheit verschmelzen werden – das iPhone lässt grüßen.

eingebunden mit Embedded Video

Gefunden bei Jan, im Blog über Neue Medien. Mehr Infos von Microsoft zum Video gibt es hier.