In Fortsetzung dieses Artikels heute mehr über Facebook und die Möglichkeit, dort in einer geschlossenen Gruppe zu arbeiten. Dazu nochmals kurz der Hintergrund: Das Autorenteam des Blogs Tech IT Easy besteht mittlerweile aus 10 Personen, und bedarf natürlich der Koordination.
Die geschlossene Gruppe auf Facebook stellte sich auf Anhieb als geeignete Plattform für die Kommunikation dar und der Austausch per E-Mail (untereinander) kam praktisch sofort zum Erliegen, als erst einmal alle derzeit aktiven Autoren in die Gruppe eingetreten waren (wir haben auch noch 2 nicht aktive Autoren).
In der Gruppe können wir prinzipiell auf drei Ebenen kommunizieren: Es gibt die “Wall”, deren aktuelle Beiträge immer auf der Eingangsseite der Gruppe gezeigt werden und damit einen sehr öffentlichen Charakter haben. Daneben können wir im “Discussion Board” wie in einem Forum Themen definieren und dazu dann Diskussionen führen. Drittens gibt es die Möglichkeit, Nachrichten an alle zu schicken (das Prinzip der Mailingliste).
Nach nur wenigen Tagen haben wir bereits einen lebhaften Gedankenaustausch auf der Wall und 6 spezielle Diskussionen im Discussion Board. Auch die Skeptiker unter uns sind inzwischen überzeugt und beteiligen sich. Insbesondere für die parallele Arbeit an unterschiedlichen Themen eignet sich so eine Gruppe hervorragend: Per E-Mail wäre das so kaum möglich und hätte zudem den Nachteil, dass eine zentrale Dokumentation fehlen würde. So sammeln wir beispielsweise in einem Thema im Disussion Board generelle Übereinkünfte, ohne hier selbst eine Debatte zu führen. Damit entsteht hier ein übersichtliches Regelwerk, das künftig immer wieder zu Rate gezogen werden kann. Sollte doch jemand mal genau hier eine Frage aufwerfen, kann der Beitrag gelöscht und an anderer Stelle erneut eingestellt werden.
Das Discussion Board ermöglicht also nicht nur, mehrere Themen parallel zu diskutieren, sondern auch die Dokumentation von Beschlüssen und Entscheidungen einfach festzuhalten. Es gehört wohl nur etwas Disziplin dazu, diese beiden Ebenen sauber auseinander zu halten.
Neben diesen eher technischen Aspekten scheint sich in unserer Kommunikation aber auch etwas Anderes zu verändern. Wir rücken einander irgendwie näher als es vorher durch die vielen E-Mails der Fall war. Facebook als Plattform schafft auf sehr geschickte Art eine gewisse emotionale Komponente durch die Art der hier möglichen Kommunikation: Während E-Mails eher nüchtern wirken und ihren Absender auf die reine Mailadresse reduzieren, hat jedes Gruppenmitglied auf Facebook durch sein Profil ein ganz persönliches Gesicht. Zudem wird hier prinzipiell neben jede Nachricht auch das (stark verkleinerte) Bild des Absenders gestellt, so dass mit jeder Mitteilung mehr als nur der bloße Text mitschwingt.
Darin mag auch eine Erklärung liegen, warum Netzwerke wie Facebook sich so großer Beliebtheit erfreuen: Sie machen das Internet persönlicher und schaffen so etwas wie Gruppendynamik, wie Martin Recke bereits auf dem Fischmarkt festgestellt hat.
Die viel diskutierten Anwendungen (Applications), die man in Facebook integrieren kann, zeigen auf der Ebene der Gruppe noch keine Wirkung: Dazu fehlt schlicht die Möglichkeit, solche hier einzubinden! Interessant wären vielleicht eine Kalenderfunktion oder eine Aufgabenliste (mit namentlicher Zuordnung).
Kritisch anzumerken wäre auch, dass uns eine Exportfunktion fehlt (obwohl wir sie noch nicht wirklich vermissen). Hier haben wir es mit einem typischen Web 2.0 Phänomen zu tun, wo munter Daten ins Netz gestellt werden (User generated Content), man darüber aber ganz vergisst, ob und wie diese Daten anderweitig (persönlich) gesichert werden sollen…
Aber vielleicht gründen wir dazu einfach eine neue (offene) Gruppe auf Facebook und laden Mark Zuckerberg dazu ein, mit uns darüber nachzudenken?
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