Social Network

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FacebookFacebook hat sich heute von Robert Scoble verabschiedet und dessen Profil deaktiviert. Nun gehen die Wogen in seinem Blog hoch (Kommentare tonnenweise). Was war passiert? Scoble hat mittels einer ganz neuen Software von Plaxo versucht, die Kontaktdaten seiner 5.000 “Freunde” von Facebook zu exportieren und diese mit seinem Adressbestand auf Plaxo abzugleichen. Damit verstieß er aber gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook und wurde kurzerhand “deaktiviert”.

Florian Ranner (Grenzpfosten), bei dem ich die Story fand, freut sich schon darauf, wie die Sache jetzt PR-mäßig verarbeitet wird. Ich habe einen “Freund” weniger auf Facebook und frage mich, ob Scoble abgehängt wurde, bevor oder nachdem er mein Profil abgrasen konnte.

Ein schaler Beigeschmack bleibt meines Erachtens auf beiden Seiten: Facebook sollte sich nicht so zugeknüpft geben und Scoble aber auch nicht einfach so schnell mal 5.000 Mailadressen mitgehen lassen. Vielleicht reicht mir ja der Kontakt auf Facebook und ich will gar keine Mails von ihm?

In Fortsetzung dieses Artikels heute mehr über Facebook und die Möglichkeit, dort in einer geschlossenen Gruppe zu arbeiten. Dazu nochmals kurz der Hintergrund: Das Autorenteam des Blogs Tech IT Easy besteht mittlerweile aus 10 Personen, und bedarf natürlich der Koordination.

Die geschlossene Gruppe auf Facebook stellte sich auf Anhieb als geeignete Plattform für die Kommunikation dar und der Austausch per E-Mail (untereinander) kam praktisch sofort zum Erliegen, als erst einmal alle derzeit aktiven Autoren in die Gruppe eingetreten waren (wir haben auch noch 2 nicht aktive Autoren).

In der Gruppe können wir prinzipiell auf drei Ebenen kommunizieren: Es gibt die “Wall”, deren aktuelle Beiträge immer auf der Eingangsseite der Gruppe gezeigt werden und damit einen sehr öffentlichen Charakter haben. Daneben können wir im “Discussion Board” wie in einem Forum Themen definieren und dazu dann Diskussionen führen. Drittens gibt es die Möglichkeit, Nachrichten an alle zu schicken (das Prinzip der Mailingliste).

Nach nur wenigen Tagen haben wir bereits einen lebhaften Gedankenaustausch auf der Wall und 6 spezielle Diskussionen im Discussion Board. Auch die Skeptiker unter uns sind inzwischen überzeugt und beteiligen sich. Insbesondere für die parallele Arbeit an unterschiedlichen Themen eignet sich so eine Gruppe hervorragend: Per E-Mail wäre das so kaum möglich und hätte zudem den Nachteil, dass eine zentrale Dokumentation fehlen würde. So sammeln wir beispielsweise in einem Thema im Disussion Board generelle Übereinkünfte, ohne hier selbst eine Debatte zu führen. Damit entsteht hier ein übersichtliches Regelwerk, das künftig immer wieder zu Rate gezogen werden kann. Sollte doch jemand mal genau hier eine Frage aufwerfen, kann der Beitrag gelöscht und an anderer Stelle erneut eingestellt werden.

Das Discussion Board ermöglicht also nicht nur, mehrere Themen parallel zu diskutieren, sondern auch die Dokumentation von Beschlüssen und Entscheidungen einfach festzuhalten. Es gehört wohl nur etwas Disziplin dazu, diese beiden Ebenen sauber auseinander zu halten.

Neben diesen eher technischen Aspekten scheint sich in unserer Kommunikation aber auch etwas Anderes zu verändern. Wir rücken einander irgendwie näher als es vorher durch die vielen E-Mails der Fall war. Facebook als Plattform schafft auf sehr geschickte Art eine gewisse emotionale Komponente durch die Art der hier möglichen Kommunikation: Während E-Mails eher nüchtern wirken und ihren Absender auf die reine Mailadresse reduzieren, hat jedes Gruppenmitglied auf Facebook durch sein Profil ein ganz persönliches Gesicht. Zudem wird hier prinzipiell neben jede Nachricht auch das (stark verkleinerte) Bild des Absenders gestellt, so dass mit jeder Mitteilung mehr als nur der bloße Text mitschwingt.

Darin mag auch eine Erklärung liegen, warum Netzwerke wie Facebook sich so großer Beliebtheit erfreuen: Sie machen das Internet persönlicher und schaffen so etwas wie Gruppendynamik, wie Martin Recke bereits auf dem Fischmarkt festgestellt hat.

Die viel diskutierten Anwendungen (Applications), die man in Facebook integrieren kann, zeigen auf der Ebene der Gruppe noch keine Wirkung: Dazu fehlt schlicht die Möglichkeit, solche hier einzubinden! Interessant wären vielleicht eine Kalenderfunktion oder eine Aufgabenliste (mit namentlicher Zuordnung).

Kritisch anzumerken wäre auch, dass uns eine Exportfunktion fehlt (obwohl wir sie noch nicht wirklich vermissen). Hier haben wir es mit einem typischen Web 2.0 Phänomen zu tun, wo munter Daten ins Netz gestellt werden (User generated Content), man darüber aber ganz vergisst, ob und wie diese Daten anderweitig (persönlich) gesichert werden sollen…

Aber vielleicht gründen wir dazu einfach eine neue (offene) Gruppe auf Facebook und laden Mark Zuckerberg dazu ein, mit uns darüber nachzudenken?

Noch weitgehend unbemerkt von der Blogoshäre hat sich seit Ende April eine neue Social Community im (deutschen) Netz eingerichtet: Nur Martin Oetting, der Blogbote und Martin Kunzelnick berichteten bislang (kurz) über Rankaholics. Dort geht es nur um Rankings und Ranglisten aller Art, egal ob die größten Bauprojekte der Welt oder der beste Bioladen in Berlin. Im Bereich “Business” erfährt man etwa, welches die größten deutschen Familienunternehmen sind oder was die häufigsten Wirtschaftsdelikte.

Und Rankaholics begnügt sich nicht mit dem Zusammenstellen solcher Rankings, sondern lässt die Web-Community, ganz im Sinne des Web 2.0, auf Wunsch auch daran teilnehmen. So kann man ein eigenes Profil erstellen und dann nach Lust und Laune abstimmen, kommentieren oder eigene Lieblingslisten schreiben.

So weit so gut, aber ist das ein Thema für bwl zwei null? Ich meine schon. Was auf den ersten Blick wie ein harmloser Zeitvertreib für Teenies aussieht, ist bei näherer Betrachtung eine wahre Fundgrube für Werturteile über Unternehmen. In beinahe jeder Kategorie tauchen sie (direkt oder indirekt) auf und ich kann wunderbar sehen, welchen Ruf etwa Vodafone gerade hat, oder welche Reiseveranstalter en vogue sind.

Rankaholics fördert damit (auf unterhaltsame Art) die Transparenz im Internet. Der von mir geschätzte Mittelstand sollte sich das einmal ansehen und sich dazu Gedanken machen. Wird diese Community ein Erfolg, sehen wir dort bald, welches die beste Eisdiele in Ulm oder der günstigste Bootsverleih in Überlingen ist. Auswirkungen auf den Umsatz der besprochenen Unternehmen sind dabei nicht auszuschließen.

Eine besondere Eigenschaft von Rankaholics, im Gegensatz zu anderen Web 2.0 Anwendungen, bei denen ebenfalls bewertet, abgestimmt oder etwas vorgeschlagen werden kann, ist die Tatsache, dass der Großteil der Rankinglisten aus anderen Medien (sprich: seriösen Quellen) übernommen wird. Dadurch kommt ein etwas anderer Ton in die Musik und es wird interessant zu beobachten sein, wie sich dieses Angebot im Vergleich zu anderen Plattformen im Zeitablauf bewährt.

Um der Sache zusätzlichen Schub zu verleihen, könnte Rankaholics seine Website auch Handy-tauglich machen. In Kombination mit der schon vorhandenen Suchfunktion kann man dann von unterwegs aus schnell mal das schönste Museum der Stadt oder den besten Metzger suchen. Mit ein bisschen Geo-Tagging und Google-Maps sollten sich die Ziele dann auch (in fremder Umgebung) leicht finden lassen.

Ich jedenfalls finde Rankaholics gut und werde mir die Adresse für eigene Recherchen notieren. Dazu wünsche ich mir, dass es noch ein bisschen farbiger (fröhlicher) wird und Schnittstellen zu passenden Anwendungen (Abbildungen auf Flickr, Lokalisierungen auf Google-Maps) eingebaut werden. Oder vielleicht sollte ich sogar ein Profil anlegen, fleissig abstimmen und auf diese Weise Kontakte knüpfen und neue Freunde finden?

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