Semantische Software

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ontoprise ist ein Software-Anbieter aus Karlsruhe, der sich mit semantischer Software befasst. Gefunden habe ich das Unternehmen über eine aktuelle Studie zum Stand der “Semantic Web Industry” von David Provost, in der es als einziges deutsches Unternehmen (von insgesamt 17) vertreten ist. Weitere Berichte zur Studie gibt es etwa bei Marshall Kirkpatrick (ReadWriteWeb) und im noch jungen SynapticaCentral Blog (Dow Jones Company).

ontoprise entwickelt schon länger mit Erfolg semantische Software, hat sich aber erst vor wenigen Monaten daran gemacht, die Semantik mit einem Wiki zu verbinden. Als Grundlage hat man das sehr weit verbreitete MediaWiki gewählt und als sichtbares Unterscheidungsmerkmal ein “+” angehängt.

Das Semantic MediaWiki+ funktioniert wie jedes andere Wiki auch, bietet aber bei der Suche nach Wissen eine andere Qualität (”Semantische Recherche”). Unternehmen können damit schneller und einfacher relevantes Wissen im Wiki finden, als dies eine herkömmliche Suchfunktion bietet. Semantische Software kann etwa eine Anleitung für einen bestimmten Vorgang zielsicher finden, auch wenn der Suchende den eigentlichen Begriff nur vage umschreibt. Jede normale Suchfunktion, die nicht das exakt treffende Stichwort als Eingabe erhält, wäre damit überfordert.

Gut am ontoprise Wiki ist auch, dass es kostenlos heruntergeladen und genutzt werden kann. ontoprise bietet natürlich (gegen Honorar) Hilfe bei der Installation, Konfiguration und auch beim Hosting.

Dass es an der Qualität der semantischen Software von ontoprise nichts zu rütteln gibt, zeigt der jüngste Erfolg des Unternehmens: Microsoft wird dessen semantische Technologien in Form von Zusatzmodulen für den Microsoft Office Sharepoint Server verfügbar machen.

Von semantischer Software wird man also im Bereich von Collaboration und Enterprise 2.0 künftig noch öfter hören. Empfehlenswert in diesem Kontext ist auch die Semantic Web Gang mit ihren Podcasts, denn hier gelingt die Symbiose von Web 2.0 und Semantic Web auf sehr gelungene Art. Und so fehlt eigentlich nur noch, dass ontoprise anfängt zu bloggen…

Ein neuer Service zur Aggregation von Blogposts, Videos sowie Nachrichten aus “großen” Medien ist soeben online gegangen: Der Blogmonitor. Passend dazu hat man auch ein Blog und einen Twitterkanal eingerichtet. Das finde ich schon mal sehr gut. Das Besondere an Blogmonitor selbst ist die Tatsache, dass die Aggregation auf der Basis einer “neuentwickelten semantischen Suchtechnologie” erfolgt.

Damit wird das Web 2.0 also doch so langsam aber sicher von Semantischer Software (Web 3.0?) unterwandert. Die Zeit wird zeigen, wie sich dieses neue Projekt im Verhältnis zu Rivva schlägt, dem Meme-Tracker von Frank Westphal.

Dazu passt, dass Google gerade seine Blogsuche umgestellt hat und nun ebenfalls ein Meme-Tracker sein will. Noch ist dieser Dienst nicht in deutscher Sprache verfügbar, dürfte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Die Leser haben also reichlich Auswahl, wo sie nach vieldiskutierten Themen und Artikeln suchen wollen. Den Bloggern jedoch macht aktuell Karl-Heinz Wenzlaff (Blogtrainer) nicht viel Hoffnung: Seine Untersuchungen zeigen, dass das einzelne Blog durch diese Dienste “kaum zusätzliche Besucher” bekommt.

searchme logoErst also Searchme und jetzt Yahoo. Meine Erwartungen für 2008 haben also nicht getrogen. Suchmaschinen auf der Basis semantischer Software kommen auf den Markt. Allerdings unterscheiden sich die beiden Ansätze deutlich. Searchme hat sich vorgenommen, die Suchbegriffe nach ihrer semantischen Bedeutung korrekt erfassen zu können und eine zweistufige Ausgabe vorzunehmen: Erst die Kategorie, dann die dazu passenden Seiten. Yahoo geht einen anderen Weg und bindet Drittanbieter mit ihren Daten ein, so dass die Suchergebnisse verbessert bzw. präzisiert werden.

Yahoo! LogoKlar ist: Beides muss man erst einmal in der Praxis sehen und ausprobieren können. Searchme befindet sich allerdings noch in der Closed Beta und die “Open Search Platform” von Yahoo ist wohl noch gänzlich geschlossen. Wir müssen uns also noch etwas gedulden. Spektakulärer ist zweifellos der Ansatz von Searchme. Wenn dieses Konzept gute Suchergebnisse hergibt, könnte Google einen ernsthaften Wettbewerber bekommen.

on cloud nine flickrWährend hierzulande Teile der Blogosphäre gut damit beschäftigt sind, darüber zu spekulieren, wie denn nun das nächste Social Network aus dem Hause Holtzbrinck heißen wird, hat man in den USA etwas im Blick, das hier noch kaum ein Thema ist: Das “Office 2.0″.

Das mag aber auch daran liegen, dass die meisten, wenn nicht alle Anwendungen von dort kommen. Ganz vorne stehen natürlich die Google Apps, um die es jüngst wieder eine schöne Debatte um pro oder contra gab. Mir geht es hier aber nicht darum, ob man seine Daten Google anvertrauen soll oder nicht, da gäbe es ja Alternativen. Wichtiger scheint mir, dass mit dem Web 2.0 ein schleichender Trend in Richtung Cloud Computing eingesetzt hat, der uns selbst oft nicht so recht bewusst zu sein scheint.

Beispiele gefällig? Dass man Fotos auf Flickr hochlädt, ist ja nichts Neues. Die Originale der Fotodateien hat man dabei eigentlich immer noch irgendwo zuhause. Anders wird es schon bei den Bookmarks. Nicht wenige Menschen die ich kenne, nutzen Dienste wie delicious oder Mister Wong nicht nur zum Spaß, sondern durchaus im beruflichen Kontext (mich selbst schließe ich da nicht aus). Und da ist es vorbei mit “Dateien zuhause” oder Sicherungskopien. Oder habe ich da etwas verpasst?

Und es werden immer mehr solche Dienste: SlideShare für Präsentationen, Scribd für Dokumente aller Art (damit könnten Pdf’s irgendwann überflüssig werden) oder Remember the Milk für Aufgaben und die Terminüberwachung. Da dürfen die Wikis natürlich nicht fehlen und deshalb seien hier die pbwikis empfohlen.

In diesen Kontext passt die aktuelle Meldung von Norman Nielsen (brandkraft), dass mit Rivalmap ein Dienst gestartet ist, mit dem man fremde Websites “überwachen” kann. Aber nicht dieses Thema soll uns hier interessieren, sondern die Art, wie es angeboten wird: Nämlich ganz im Stil des Web 2.0, wo man sich registrieren und den Service online nutzen kann. Als eines von drei Verkaufsargumenten wird schon auf der Startseite “no software to install” angeführt!

Das Ende der Fahnenstange dürfte damit noch nicht erreicht sein: Semantische Software wird uns eher noch tiefer in das Cloud Computing hinein ziehen. In diesem Kontext bin ich schon sehr gespannt auf Twine, das wesentlich mehr sein wird, als nur eine neue Suchmaschine.

Es bleibt die große Frage, wie die Unternehmen auf diese Entwicklung reagieren werden. Denn die Politik der Abschottung der eigenen IT nach außen (aus Wettbewerbs- und Sicherheitsgründen) könnte dazu führen, dass man immer stärker von wichtigen Informationen und Entwicklungen abgekoppelt wird. In diesem Sinne: Willkommen auf Wolke sieben!

Foto: On cloud nine by Yves* auf Flickr

Blogging Tools FlickrWas ich da am Rosenmontag über WordPress geschrieben habe, war natürlich aus der Luft gegriffen. Niemand plant dort die Integration semantischer Software in WordPress. Aber für die “fünfte Jahreszeit” fand ich es ganz passend, zumal ich erst wenige Tage zuvor mit einer Softwarefirma gesprochen habe, die keine Schwierigkeit damit hätte, die eine oder andere meiner Ideen umzusetzen und in eine Blogsoftware zu integrieren.

Doch wohin geht die aktuelle Entwicklung bei Blogs bzw. Blogsoftware tatsächlich?

Auffällig sind für mich die Entwicklungen auf der Ebene der Sidebar. Mein eigenes Blog mag da noch als (schlechtes) Beispiel der alten Schule herhalten, bei der außer der Blogroll eigentlich alle Elemente “in” das Blog verweisen.

Aktueller wären da etwa Kommentarlisten, bei denen nicht nur die letzten Kommentare übersichtlich angezeigt, sondern auch mit Fotos der Autoren versehen sind, die ihrerseits direkt auf das Blog des Autors verlinken – immer vorausgesetzt, die kommentierende Person hat auf der Blogsoftware (etwa WordPress) ein Profil mit Foto und ein Blog.

Ganz im Trend der Zeit liegt Six Apart mit seinem Action Streams Plugin, mit dem man seine Aktivitäten von anderen Websites darstellen und verlinken kann. Das Prinzip entspricht dem Mini-Feed bzw. News Feed auf Facebook.

Wer nicht Moveable Type verwendet, braucht sich aber nicht zu grämen: Man greife einfach zu Sprout, womit man sich seine eigenen Flash-Widgets wie aus dem Lego-Baukasten selber bauen kann. Programmierkenntnisse sind hierzu nicht erforderlich.

Damit werden Blogs tendenziell immer offener und durchlässiger und es ist vielleicht gar kein so großer Schritt mehr zur Vision von Matias Roskos (VisualBlog), der sich ein WordPress für Social Networks wünscht, einschließlich der Integration von E-Commerce. Das eigene Blog quasi als Profil in einem Social Network? Warum eigentlich nicht?

Foto: Blogging Tools by Ben30 auf Flickr

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