Saas

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SlideRocket LogoRobert Scoble ist wieder mal ganz hin und weg: SlideRocket, ein amerikanisches Startup, hat Powerpoint neu erfunden. Genauer gesagt: Nicht wirklich neu erfunden, sondern nur ins Netz geholt. Also eine Software für Präsentationen als Software as a Service (SaaS).

Die Idee ist grundsätzlich nicht schlecht, aber wie man darüber nur so begeistert sein kann, entzieht sich meinem Verständnis. Die Website der Firma listet nämlich auf, wer außer Scoble die Software noch ganz toll findet – und das sind nicht wenige der großen Tech-Blogs in den USA. Die Begeisterung basiert dabei ganz wesentlich auf den optischen Möglichkeiten, etwa den Übergangseffekten von einer Seite zur nächsten.

Jason Harris (Web Worker Daily) nennt schon mal Preise. Und spätestens an dieser Stelle wird sich zeigen, wer die zweifellos hübschen Effekte wirklich braucht. Aber noch etwas anderes lässt mich zweifeln: Wo ist denn das Alleinstellungsmerkmal (oder der Wettbewerbsvorteil) von SlideRocket?

Sowohl Microsoft als auch Apple können ihre Software jederzeit auch im Netz anbieten (Cloud Computing). Und falls es wirklich die optischen Effekte sein sollten, könnte man bei Microsoft ja noch etwas nachlegen. Das gilt im übrigen auch für Google, dessen Software für Präsentationen auch nicht an den Stand von SlideRocket heran reicht.

In meinen Augen bewegt man sich da auf dünnem Eis, bei SlideRocket in San Francisco. Aber Leute wie Robert Scoble oder Michael Arrington haben das nicht im Blick. Dafür gibt es auch jeden Tag viel zu viele neue Ideen und Startups…

1st Plan LogoUnternehmensplanung ist eigentlich ein trockenes Thema. Denn da geht es um Zahlen, Kennziffern und Bilanzen. Die Spielwiese also der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Und es ist das Feld der Software für Buchhaltung und Planung, oft genug noch gleichzusetzen mit Excel. Es dürfte nur wenige Mittelständler geben, die in ihrer Planung ohne Excel auskommen. Ist da nicht schon alles gesagt und erfunden?

So dachte ich erst auch, als man mich mit 1stplan konfrontierte. So richtig aufmerksam wurde ich erst, als ich sah, dass 1stplan nur auf der Basis von SaaS (Software as a Service) angeboten wird. Und das hat seinen Grund: Denn diese Software ermöglicht es, auch ohne fundierte Kenntnisse in Finanzbuchhaltung oder Bilanzwesen, alternative Szenarien berechnen und darstellen zu lassen. Dazu ist allerdings ein erheblicher Rechenaufwand erforderlich, den ein normaler PC so nicht mehr zeitnah schaffen würde.

Im Grunde funktioniert die Software ganz einfach: Man loggt sich (über das Internet) ein, gibt die wesentlichen Zahlen der letzten Bilanzen ein (für die Bildung einer Zeitreihe) und legt dann die Parameter für die Zukunft fest. Dabei werden einerseits Wunschgrößen (etwa für Umsatz oder Gewinn) definiert, dazu aber immer auch Randbedingungen und Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt bestimmter Ereignisse.

Nun mag ja alle Planung mehr oder weniger unsicher sein, insbesondere wenn es um Eintrittswahrscheinlichkeiten geht. Mit 1stplan wird aber erstmals etwas geliefert, das es in dieser Form noch nicht gab: Denn es werden im Ergebnis einer Planung nicht nur die üblichen Zukunftswerte, einschließlich von Bestcase und Worstcase dargestellt, sondern auch die Einflussfaktoren in eine Rangfolge gebracht. Der Unternehmer sieht also, ob er seine Zeit besser in die Akquise neuer Kunden steckt oder ob er mehr erreicht, wenn er seine Kosten optimiert (als Beispiel).

Wer also für die nahe Zukunft verschiedene Handlungsoptionen, aber nur ein begrenztes Budget an Zeit und Ressourcen hat, kann durchspielen, wie sich verschiedene Optionen auf den Unternehmenserfolg vermutlich auswirken werden. Und wem das noch nicht sicher genug ist, kann auf einen weiteren Effekt von 1stplan setzen: Da wir es hier mit SaaS zu tun haben, sammelt 1stplan mit der Zeit (und hoffentlich vielen Kunden) jede Menge Daten, die sich für ein Benchmarking oder andere Quervergleiche eignen.

1stplan ist ein Startup aus München. Seine Gründer kommen allerdings nicht frisch von der Uni, sondern bringen reichlich Erfahrung auf den Gebieten der Finanzplanung, Buchhaltung und Bilanzierung mit. Zu hoffen bleibt, dass der doch reichlich konservative Mittelstand auf diese innovative Planungssoftware anspringt und sich auf eine SaaS-Lösung einlässt.

Leider fehlen der Software und ihrer Plattform im Netz noch jegliche Ansätze in Richtung Web 2.0. Denkbar wäre ja, dass man um diesen Service herum eine Community aufbaut. Oder Verbindungen zu anderen Plattformen und Anwendungen schafft. Aber vielleicht wäre das für den typischen Mittelständler (als Kunden) dann auch schon etwas zu viel des Guten. 1stplan immerhin führt schon ein Corporate Blog