Was zum Teufel ist daran so toll? Da macht gerade eine Präsentation die Runde und die Begeisterung darüber scheint keine Grenzen zu kennen. Auf Twitter hagelt es Empfehlungen und über 400 Blogs haben sie schon bei sich eingebunden. Hier ist sie:
Gewiss: Die Bildmotive sind gut gewählt und es dürfte sehr viel Arbeit in dieser Präsentation stecken. Auch das aktuelle Zahlenmaterial zur Nutzung von Social Media ist gut aufbereitet. Aber der Kern der Sache, ohne die schönen Bilder, kommt mir doch etwas pauschal gestrickt vor.
Dass mittlerweile “sehr viele” Menschen im Internet sind und Social Media nutzen, ist bekannt. Aber viele sind eben noch nicht alle, insbesondere nicht alle denkbaren Zielgruppen. Bisweilen liegt es auch am Produkt, das relativ niedrigschwellig (mit geringem Involvement) gekauft wird und man deshalb dazu weder eine Fanseite auf Facebook, noch ein Blog und schon gar keinen Twitteraccount braucht. Wer will schon ständig von seiner Schuhcreme oder Zahnpasta zum Dialog eingeladen werden?
Am meisten aber störe ich mich an den Empfehlungen. Denn diese setzen mit der Aufforderung ein, eine Social Media Strategie aufsetzen (Folie 67). Wer so anfängt, macht eine Bauchlandung wie unlängst Vodafone. Statt dessen sollte am Beginn das Lernen um die Wirkung von Social Media stehen.
Jedes Unternehmen, das ernsthaft Social Media einsetzen will, muss zunächst in die Medienkompetenz seiner Mitarbeiter investieren. Denn niemand kann über Nacht bloggen, twittern und dazu noch auf diversen Social Networks eine gute Figur machen. Das alles will gelernt bzw. eingeübt sein, bevor man damit im großen Stil und unter dem richtigen Markennamen anfängt.
Oder meint Marta Kagan, dass man das alles der Agentur seiner Wahl überlassen sollte? Ich unterstelle ihr das nicht. Gerade deshalb aber sollte man nicht mit so einfachen Faustformeln wie “Listen, Engage, Measure” kommen (Folien 79 bis 81), denn so schnell und einfach geht es nicht…













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