Mir ist nicht bekannt, ob Loic le Meur Beethovens Neunte kennt bzw. schon mal etwas von Friedrich Schiller gelesen hat. Ich vermute eher nicht, denn er legte uns ja neulich erst dar, wie er es schafft, seinen Tausenden von “Freunden” auf Facebook, Twitter, Friendfeed und natürlich Seesmic zu folgen. Da bleibt sicher keine Zeit mehr für klassische Musik oder Gedichte.
Wir zumindest sollten uns unsere Zeit nicht gänzlich von diesen jungen Medien stehlen lassen. Und Loic le Meur sollten wir auch nicht glauben, denn so einen hanebüchenen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Klar ist: Er hat etwas zu verkaufen. Und deshalb braucht er viele Kontakte, denen er das Gefühl vermitteln will, dass er ihnen nicht nur dauernd selbst etwas erzählt, sondern ihnen ebenfalls zuhört.
Im Grunde findet hier eine Perversion der Medien des Web 2.0 statt, indem diese wieder zu einer Art von “Massenmedium” zurückverwandelt werden. Denn man kann nicht den Dialogcharakter all dieser Erfindungen nutzen und gleichzeitig die Kontaktzahlen in eine Höhe treiben, wie sie einer Fachzeitschrift als Auflage zu einem auskömmlichen Geschäft verhelfen würden.
In diesem Sinne kann ich auch Nico Lumma nicht zustimmen, der vermutet, Loic le Meur wolle nichts verpassen. Nein. Der kalifornische Franzose weiß ganz genau was er macht. Er führt die Leute hinters Licht.
Foto: Loic le Meur by Joi auf Flickr













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